wetterunabhängiges Grillen

… geht bei uns. Naja, zumindest teilweise. Nein, wir schleppen nicht den Holzkohlegrill ins Wohnzimmer oder überdachen mal eben flugs die Terrasse. Ich darf mich mit dem Kontaktgrill KG 2392 aus dem Hause Severin verlustieren und darauf Fleisch und andere Schweinerein zubereiten.
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Auf der Herstellerseite sind folgende Daten zu finden:

Leistung: 1800 W
2 auswechselbare, antihaft-beschichtete Platten: geriffelte Grillplatte und glatte Bratplatte
hitzebeständige Lackierung
Grillfläche ca. 27 x 24 cm
Temperaturregler
Kontrollleuchten
Fettauffangschale
mit Arretiereinrichtung zum Überbacken
Grillplatten zur leichteren Reinigung herausnehmbar

Prima. Erhältlich ist er je nach Angebotslage für Preise zwischen 99 und 130 €. Was ja nicht gerade wenig ist, wenn man bedenkt, dass es andere Kontaktgrills schon für um die 40-50 € gibt. Was machen die dann eigentlich? Grillen die auch?

Mein Vergleichs-Grill wäre der George-Foreman-Grill gewesen, wenn sich hier nicht vor Monaten die Beschichtung verabschiedet hätte und ich ihm wirklich hinterhergetrauert habe.
Gleich beim Lesen der Beschreibung des Severin-Grills hab ich gejubelt, denn er hat auswechselbare Grillplatten und ich muss mich beim Saubermachen nicht mehr verrenken, damit auch ja das gerät nicht ins Waschbecken fällt.
Und dann auch noch eine geriffelte und eine glatte Variante. Sehr schön. Vor meinem geistigen Auge schwebten sofort selbst gemachte Hamburger. Ich hasse es, die Patties in der Pfanne zu braten, das spritzt, die wölben sich wie nichts Gutes und es nervt.
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Nein, es gibt kein Auspack-Video-Foto-Beschreib mich. Ich denke immer noch, dass es nicht Not tut, bildhaft zu dokumentieren, dass ich in der Lage bin, ein Gerät unfallfrei aus dem Umkarton zu befreien. Blödsinn.

Die Gebrauchsanweisung ist in 12 Sprachen mit 53 Seiten (Oktavheft-Größe) recht überschaubar. Ich habe sogar drin rumgeblättert und die 3,5 Seiten auf Deutsch gelesen. So wußte ich, welcher Knopp wofür ist und was ich zuerst machen sollte. Nämlich die Grillplatten einmal feucht abwischen und mal 15 Minuten bei voller Leistung ohne Grillgut laufen lassen. Hab ich gemacht, hat auch ein wenig merkwürdig gerochen, aber das war ja angekündigt.

Ich hatte für die erste Nutzung beschlossen, ein Schwein in Schwein zu wickeln. Sprich ein Schweinefilet in Bacon.
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Das ganze wollte ich auf den glatten Grillplatten grillen und habe somit diese eingelegt. Das Wechseln der Grillplatten ist kein Problem, wenn man den zweiten Knopf zum Loslösen an der oberen Platte findet. Der versteckt sich nämlich hinter dem Arm für die unterschiedlichen Höheneinstellungen. Gut, das weiß ich jetzt und m,uss beim nächsten Mal nicht suchen.

Schön wäre es gewesen, wenn es zu der stufenlos einstellbaren Temperaturregelung irgendwo eine Tabelle oder Skala gäbe, die den Temperaturbereich wenigstens grob umreißt. Denn dass der Grill eine Leistung von 1800 Watt hat, sagt mir noch lange nicht, wie heiß die Platten werden. Mein Glätteisen für die Haare hat nur 75 Watt und ich hab mir schon satt die Ohren damit verbrannt. Und mein Bügeleisen hat 2200 Watt, trotzdem käme ich nie auf die Idee, damit ein Steak braun und knusprig zu bügeln.

Gut, ich hatte mir gedacht, zum Bacon knusprig kriegen ist die maximale Leistung wahrscheinlich okay
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Und später kann ich die Temperatur immer noch reduzieren.
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Beim Drehen des Grillgutes fiel mir auf, dass keine Wendeutensilien dabei waren. Die hatte ich aber von Herrn Foreman noch da und hab diese benutzt. Ich wollte ja schließlich nicht mit der Gabel oder Fleischgabel auf den grillplatten rumkratzen.

Irgendwann war das Fleisch so weit gut, dass ich mir dachte „Nun kann es auf die Teller“
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Richtig lecker und so gleichmäßig es eben geht, wenn man ein rundes teil zwischen zwei gerade Platten legt.
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Auch der Garpunkt war genau richtig.
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Die bunten Nudeln hab ich dazu gekocht, die kommen nicht vom Kontaktgrill.

Richtig einfach war die Reinigung der Grillplatten. Das Herausnehm-Procedere hatte ich ja schon geübt.
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So sind die siffigen Platten im Abwasch gelandet und waren ruck zuck wieder sauber. Kein großes Gerät hin und hertragen, keine Schrubberei. Das hat mir richtig gut gefalen.
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Der nächste Einsatz ließ auch nicht lange auf sich warten, wurde aber nicht dokumentiert, weil genau zu dem zeitpunkt der Akku der Kamera geladen werden wollte.
Aber es gab dann tatsächlich Hamburger. Sowohl mit TK-Patties, als auch mit selbst breitgedrücktem Hack. Beides ließ sich hervorragend grillen und war gleichmäßig durchgegart und saftig. Auch die Selbst gebackenen Burger-Brötchen habe ich im Kontaktgrill noch einmal angewärmt und das funktionierte ohne Probleme. So konnte ich auch gleich die Arretierung des oberen Grilldeckels ausprobieren. Funktioniert perfekt und man läuft auch nicht Gefahr, sich beim Einstellen die Finger zu verbrennen.

Als nächstes sind überbackene Sachen und vielleicht „Essen auf dem heißen Stein“ (der Grill wird dann eben kurzfristig in einen heißen Stein umfunktioniert) geplant. Ich denke, auch hier wird es keine probleme geben.

Was mich ein wenig irritiert hat ist, dass die fettauffangschale aus Kunststoff ist. Viel Fett ist bei den bereits stattgefundenen Mahlzeiten nicht ausgetreten, somit kann ich nicht sagen, in wi weit die recht große Schale sich mitsamt Inhalt verformen würde, wenn ich sie herausziehe und das Fett abgießen möchte. Ich hoffe nur, das ich mir da nicht mal das ganze Zeugs über die Klamotten kippe oder den Küchenboden dekoriere.

Somit komm ich dann mal zu meiner Zusammenfassung.
Sehr positiv finde ich den separaten Ein- Aus-Schalter und die Bereitschaftsanzeige. Auch die wechselbaren Grillplatten sind Klasse. Gibts da eigentlich auch noch ein Waffeleisen von? Das wäre ja der Oberknaller. Die Möglichkeit, die Gripplatten in unterschiedlichen Höhen zu arrettieren ist spitze. Denn so kann ich eben auch Überbacken, ohne den Herd anwerfen zu müssen. Ich liebe diese überbackenen Brote, bei denen der Käse so schön verläuft. Ja, es darf auf mal ein Baströckchen-Toast sein 😉

Nicht so toll finde ich die fehlende Temperatur-Skala. Aber vielleicht bin ich da auch einfach zu pingelig. Auch Wende-Utensilien hätten meiner meinung nach dabei sein können. Wie sich meine bedenken mit der Fettauffangschale später mal darstellen, werde ich sehen.

Was ich gut fände wäre, wenn es Waffeleisen/ Waffel-Grill-Platten (wie auch immer die heißen) als Sonderausstattung geben würde. Das würde mir ersparen, ein neues Waffeleisen zu kaufen, weil meins nämlich gerade dabei ist, sich zu verselbstständigen und in Wohlgefallen aufzulösen.

Was ich gar nicht brauche ist ein rezeptheftchen, denn was ich warum, wie und wann auf den grill schmeiße, kommt auf Lust, Laune und Vorräte sowie meine Experimentierfreude an. Aber Kontaktgrill-Einsteiger würden sich sicherlich drüber freuen.

Vielen Dank an Lifestyle- & Produkttests und an Severin für die Möglichkeit, dieses Gerät zu testen.
Zwar hab ich den einen oder anderen kleinen kritikpunkt für mch gefunden, aber ich bin zugegebenerweise auch bei manchen Dingen etwas pingelig.

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

5 Gedanken zu „wetterunabhängiges Grillen

  • 29. April 2013 um 21:10
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    Es geht doch aber nichts über eine Bratwurst vom Holzkohlegrill. Obwohl wir so einen Kontaktgrill auch mal hatten und dort ganz wunderbar unser Fleisch gezaubert haben. Draußen gibts bei uns aber immer vom Holzkohlegrill. 🙂

    Antwort
  • 29. April 2013 um 21:12
    Permalink

    Dat stimmt, gegen Holzkohle kann fast nix ankommen (außer offenes feuer und Schwein am Spieß *lach) Aber ich liebe Kontaktgrills für so viele Sachen. Und manchmal müssen sie eben den grill-Grill ersetzen, wenn mir von oben zu viel Wasser runterkommt.

    Antwort
  • 30. April 2013 um 23:25
    Permalink

    Sind die Platten für die Spülmaschine geeignet, oder muss man die von Hand waschen?

    Antwort
  • 30. April 2013 um 23:34
    Permalink

    Hm. Sascha, die Frage ist gut – ich würd sie nicht in die Spülmaschine stecken, da sie beschichtet sind und sich schnell abwaschen lassen. Beschichtete Pfannen haut man da ja auch nicht rein. Außerdem scheint es Aluguss zu sein (schätz ich mal, bin aber bei weitem kein Metallkundler) und das Zeugs verträgt sich mit dem Salz & Spülzeugs in der Spülmaschine auch nicht.
    Aber die Wäsche geht wirklich ratz fatz – kurz im Abwaschbecken versenkt, abgewaschen, fertig. Keine 2 Minuten.

    Antwort
  • 1. Mai 2013 um 11:32
    Permalink

    Danke für die Antwort. Abgeschreckt bin ich dadurch nicht, den „echten“ Grill mache ich ja auch immer selber sauber 😀

    Antwort

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