Fußballschuhe müssen passen

Wer hat sich noch nie Sportklamotten gekauft, nur weil der Hersteller mit speziellen Funktionen, wie Atmungsaktivität oder steigernder Leistungsfähigkeit wirbt. Dabei sollte allen klar sein, dass nicht die Klamotten den Sportler selbst ausmachen. Natürlich macht es im richtigen Outfit meist ein Quäntchen mehr Spaß sich zu schinden.
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Doch die Hersteller brauchen diese „technischen Neuheiten“, die meist ziemlich hippe englische Namen haben, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Besonders stark fällt das bei Fußballschuhen auf. Da ich selbst Fußball spiele- für mehr als Kreisklasse hat es allerdings nie gereicht- habe ich in meiner jahrelangen Karriere schon diverse Modelle verschiedenster Hersteller ausprobiert. Eigentlich pro Saison mindestens ein Paar Schuhe. Dabei muss ein billiger Schuh nicht gleich schlecht sein oder ein teurer länger halten, doch zu den Spitzenmodellen sind die Unterschiede dann meist doch zu spüren. Und „spüren“ meine ich wörtlich.

Meist kosten die Topmodelle um die 200 Euro, was schon eine Stange Geld ist, für ein Produkt, das trotz Pflege unter hoher Beanspruchung (zwei Mal Training und ein Spiel in der Woche) kaum länger als ein Jahr hält. Die billigeren Varianten gehen im Vergleich auch nicht schneller kaputt. Allerdings bieten die Spitzenmodelle tatsächlich einen höheren Tragekomfort. Früher war mir das Geld immer zu schade, weshalb ich auf die günstigen Alternativen zurückgegriffen habe. So waren Blasen bei den ersten paar Mal tragen eigentlich vorprogrammiert. Umgestiegen bin ich eigentlich erst, als ich Probleme mit dem Sprunggelenken bekam und mein Physiotherapeut mir zu Schuhen mit mehr Dämpfung in der Sohle riet. Auf den Rat hörend, legte ich mir ein Paar 200-Euro-Schuh zu und die Probleme verschwanden tatsächlich. Blasen an den Füßen waren von da an kein Thema mehr.

Es ist ja oft so, dass man genau ein bestimmtes Modell haben möchte, wie zum Beispiel das von Lionel Messi. In der Hinsicht sind Männer wohl auf einmal ähnlich gestrickt, wie Frauen. Egal welche Schmerzen der Schuh verursacht, er muss passen. Er muss! Nur um sich dem professionellen Vorbild sportlich etwas anzunähern. Dabei sollte man vor allem auf die Passform bei Fußballschuhen achten. Genauso unterschiedlich wie Füße sind die einzelnen Modelle der Markenhersteller und variieren jährlich nicht nur in Farbe und Design, sondern auch in der Form. Während das Vorgängermodell auf meinen breiten Fuß perfekt saß, musste ich beim Nachfolger enttäuscht feststellen, dass er zu schmal geschnitten ist. Wenn man dann eine Nummer größer kauft, passt es von der Länge her wiederum nicht.
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Fazit ist: Egal wie viel Technologie in einem Fußballschuh steckt, wichtiger ist, dass er perfekt sitzt, komfortabel zu tragen ist und über einen hohen Dämpfungsgrad in der Sohle verfügt. Alles andere muss man sowieso selber machen. Der Schuh allein schießt keine Tore oder spielt Gegenspieler aus. Franz Beckenbauer zum Beispiel konnte Bananenflanken schlagen, ohne besondere Obermaterialien am Fußballschuh, die dem Ball mehr Effet verleihen sollen.

Kleiner Kauftipp: Einige Markenhersteller haben alte, bewährte Modelle in ihrem Sortiment behalten, die sich im Laufe der Jahre nie großartig geändert haben und im Vergleich zu den aktuellen Spitzenschuhen günstig sind. Dass diese immer noch verkauft werden, obwohl sie nicht über Traxion-Technologie verfügen oder aus Synthetikfaser bestehen, sondern aus Leder, hat seinen Grund.

sabolein

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7 Gedanken zu „Fußballschuhe müssen passen

  • 15. Juni 2013 um 21:58
    Permalink

    Ohja, da kann ich nach fast 50 Jahren Fußball auch was von erzählen. So war es zum Beispiel in der C-Jugend meiner Zeit üblich billige Schuhe zu kaufen.

    Außerdem mussten wir in unserem Männlichkeitswahn auch noch 18er Schraubstollen draufmachen, egal ob auf dem Hart- oder Rasenplatz und egal ob auf geforenem, sonnentrockenen oder schlammigen Untergrund.

    Meine Gelenke vermelden mir regelmäßig die Sünden meiner Jugend.

    Es ist wie bei vielen Tätigkeiten: Das richtige Werkzeug sollte es sein.

    LG
    Manni

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 01:06
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    🙂 Hier gehts ja noch 🙂 Und NOCH schrauben sie sich keine Stollen drunter und nehmen mit den handelsüblichen Vorfertigungen vorlieb 😉 Mal sehen, wann sie das erste Mal auf den trichter kommen 😛

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 13:51
    Permalink

    Schuhe, vor allem Sportschuhe, werden werden leider oft als Nebensache gesehen und nicht so gut gekauft. Unsere Füße müssen uns doch unser ganzes Leben tragen, dafür kann der Mensch schon etwas tun.

    Bloß keine Alustollen auf hartem Boden, das hinterlässt wirklich Spuren. 😮

    LG
    Manni

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 14:08
    Permalink

    Ich kann mich dumpf an meine Spikes vom Laufen erinnern. Beim Sprinten waren sie völlig genial – dann bin ich mal 800 m mit den schuhen gelaufen und nie wieder (mit Spikes) Das tut echt nicht Not. Und schneller war ich auch blos nicht. Im Gegenteil. Außerdem hab ich mir mit den Dingern irgendwie gnadenlos auf die eigenen Füße gelatscht … Doof, oder?

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 14:43
    Permalink

    Aua, mit Spikes Mittel- und Langstrecke …

    Andererseits, wenn Du beim Sprint schnell sein willst, sind sie ganz gut.

    Als ich mal bei einem Bundeswehr Leichtathletikwettbewerb für die 100m ohne Spikes antrat, lag ich im Endlauf schon nach 30 Metern weit vorne … zu weit.

    Mit so viel Vorlage rutschten mir irgendwo bei 50m die Füße nach hinten weg und ich scheuerte mich auf der Aschenbahn auf, vor 6000 Zuschauern (OmG). 😆

    LG
    Manni

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 15:22
    Permalink

    Hm… direktkontakt zur Aschebahn … hoffentlich hast Du die Einzelteile aus Knien und Händen wieder rausbekommen 😛

    Antwort
  • 16. Juni 2013 um 18:10
    Permalink

    Es hat eine Weile gedauert und ich wurde für 2 Wochen „Stubenkrank“ geschrieben. 🙂

    Antwort

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