Kohlpuddig? Was ist das denn? Das werden sich sicher einige fragen. Eigentlich ist es ähnlich einer monströsen Kohlroulade und wird klassisch in einer Puddingform im Wasserbad gemacht.

Da ich keine Puddingsform habe (die sieht aus wie ein Einweckglas aus Aluminium) dachte ich mir, ich versuche mal, den Kohlpudding im Slow Cooker zu machen. Das dürfte ein ähnliches Prinzip sein, wie im Wasserbad. Nur dass ich meinen Kohlpudding nicht dicht verschließe und er ohne nasse Füße auskommen muss.

Kohlpudding im 3,5 Liter Slow Cooker

1 mittelgroßer Weißkohl
1,5 kg Hackfleisch (bei mir 2/3 Schwein, 1/3 Rind)
1 große Zwiebel
Salz
Pfeffer
250 g Sahnequark
1 Ei
Kümmel

zusätzlich:

1 großer Topf mit kochendem Wasser
1 EL Natron
eiskaltes Wasser zum Abschrecken

Der Kohlkopf wird zuerst vom Strunk befreit und anschließend habe ich die äußeren Blätter möglichst vollständig abgelöst.

Die Kohlblätter habe ich in kochendem Wasser mit Natron (damit die Farbe erhalten bleibt, oder der Kohl überhaupt mal Farbe bekommt) blanchiert,

und anschließend in eiskaltem Wasser abgeschreckt und danach trocken getupft.
Den Crocky / Slow Cooker hatte ich zwischenzeitlich schon sehr ordentlich ausgebuttert.

Während ich die Kohlblätter irgendwie blanchiert habe (es ist nicht wirklich meine Lieblingsaufgabe), habe ich nebenbei noch das Hackfleisch mit Zwiebel, Quark, Ei, Kümmel, Pfeffer und Salz vermischt. Andere machen noch Paprika und ähnliche Gewürze dazu. ich brauch das nicht, mir reichen diese Gewürze.

Warum jetzt Quark? Weil ich so auf die Semmelbrösel / das Paniermehl verzichten kann und die Hackmasse trotzdem nicht so wahnsinnig kompakt wird.

Zuerst wird der Innentopf vom Crocky mit Kohlblättern ausgelegt. Und so ausgelegt, dass die Blätter etwas über den Rand rausragen. Bei mir war es günstiger, die Blätter zu halbieren.

Dann folgt eine Schicht Hackmasse

und wieder Kohlblätter und wieder Hack, bis die Hackmasse aufgebraucht ist. Bevor die letzte Schicht Kohlblätter auf den Kohlpudding kommt, werden die am Rand überstehenden Blätter umgefaltet.

Den Abschluss bildet eine Schicht Kohlblätter.

Deckel drauf und den Crocky für zwei Stunden auf High anschalten.

Ich kann schon hören, wie es rundrum murmelt: “Aber der ist ja bis oben hin gefüllt, das soll man doch gar nicht…” Nein, eigentlich sollte er bis maximal drei Viertel gefüllt sein. Da ich aber dem Kohlpudding-Rezept folge, wie er in der Puddingform geschichtet wird, wird meiner bis oben gefüllt. Das passiert mir mit anderen gerichten auch oft genug und bislang ist mir noch kein Crocky davongelaufen. Allerhöchstens ist mal ein wenig Flüssigkeit in den Innentopf gelangt und dort festgebrannt. Damit kann ich leben, das kann ich wieder reinigen.

Im Crocky darf der Kohlpudding nach zwei Stunden auf High jetzt noch weitere 6 Stunden auf Low vor sich hin schlummern. Bei einer Automatikfunktion, die nach 2 Stunden von High auf Low schaltet, macht das Gerät es alleine. Besser wäre natürlich die ganze Zeit auf Low (also nochmal 4 Stunden mehr, was dann auf eine Gesamtdauer von gut und gerne 10 Stunden käme) , aber irgendwann muss man ja auch mal essen. Nach zwei Stunden auf High ist bei mir noch kein Kohl am Rand angebrannt, sodass der Wasserbad-Effekt nicht verloren geht.

Bevor der Kohlpudding serviert werden kann, musste ich noch vorsichtig die entstandene Flüssigkeit abgießen. Die lässt sich prima als Grundlage für eine Sauce benutzen. Entweder wird sie mit Sahne einreduziert oder mit Schmand / Mascarpone angedickt. In manchen Regionen wird eine Tomatensauce zum Kohlpudding gegessen. Auch hier lässt sich die abgegossene Flüssigkeit weiterverwenden.

Normalerweise wird der Kohlpudding jetzt gestürzt. Das kann mit dem Crocky auch schnell mal schiefgehen. Aber für die Optik ist es den Versuch allemal wert. Nur der Teller, auf den die Monster-Kohlroulade gestürzt wird, sollte groß genug sein.

Jetzt nur noch in Scheiben schneiden und servieren.

Im Normalfall mit Salzkartoffeln oder Kartoffelpü. Im Low Carb Fall mit Petersilienwurzelpü, Blumenkohlpü oder einfach in einer größeren Portion, die einfach satt macht.

Da ich anteilig Rinderhack in meiner Fleischmasse hatte, sieht der Kohlpudding auf den Bildern teilweise aus, als wäre das Hack noch leicht roh – ist es aber nicht, kannste glauben. Das ist definitiv durch. Wer auf Nummer sicher gehen will, misst die Kerntemperatur. Die sollte 75 Grad betragen – dann ist der Kohlpudding durch.