Kein Schummeln, ein Schümli

Mal ehrlich, woran denkt man, wenn man „Schweizer Produkte“ hört? Ich denke an Schokolade, Käse, Uhren oder Schweizer Taschenmesser. Aber ich wäre doch nie im Leben auf den Trichter gekommen, an Kaffee zu denken. Aber – auch ich bin lernfähig und lasse mich gerne davon überzeugen, das es in der Schweiz auch Kaffee gibt.
Ja, okay, er wird dort nicht angebaut, aber geröstet.
Tja und von der Qualität darf ich mich jetzt überzeugen lassen. Denn bei mir lag ein Paket Schümli Kaffee vor der Tür.

Schümli … klingt ja irgendwie erstmal komisch, oder? Die Schweizer haben schon komische Wortkreationen. Für mich klang es im ersten Moment nach Schummeln. Aber Wikipedia hat mir weitergeholfen:

Café crème – Kaffee aus der Espressomaschine, in der Schweiz so bezeichnet wegen der Zugabe von Rahm (frz. crème). In Deutschland wird dieser Kaffee wegen des Kaffeeschaums, der Crema, als Schümli-Kaffee oder kurz Schümli bezeichnet, sprachlich offenbar eine Scheinentlehnung, da es diesen Begriff im Schweizerdeutsch nicht gibt

Was sagt denn der Kaffi Schopp dazu?

„Grüezi und Herzlich Willkommen im Kaffi Schopp!“

Bei uns erhalten Sie den Original Schweizer Schümli Kaffee. Wir trinken ihn jeden Tag. Wir freuen uns stets auf die nächste Tasse. Diese Freude werden Sie mit uns teilen! Versprochen.

Schweizer Schümli wird auch Sie überzeugen:

> magenfreundlicher und vollaromatischer Kaffee
> aus traditioneller Schweizer Trommelröstung
> passt zu jedem Kaffeevollautomaten
> mit intensiver Crema

Okay. Ich überzeuge mich erstmal selber davon.
Also ab mit dem Kaffee in die Saecco:

Hm, der riecht aber kräftig aus der Packung. Und die Bohnen sind schön dunkel.
Ich möchte an dieser Stelle anmerken, das ich nur ein gerne und viel Kaffeetrinker, aber bei Weitem keine Barista bin.
Ich bewerte Kaffee nach meinen Kriterien. Und ich maße mir auch nicht an, irgendwelches Halbwissen in die Welt zu posaunen, das ich aufgeschnappt habe. Nur um zu glänzen? Nein! Wenn von mir ein Urteil kommt, dann ist das ganz alleine auf meinem Mist gewachsen.
Ich probiere hier übrigens gerade den Turm Kaffee Crema Schümli Kaffee. Außerdem steht auf der Packung noch das Wort: Mokka – oha!
Bei dem Wort Mokka war ich schon etwas stutzig, bis ich mich auf der Kaffi Shopp Seite schlaugemacht habe:

Unser Hinweis: in Deutschland verstehen wir unter einem Mokka häufig den türkischen oder arabischen Mokka, der sehr kräftig ist. In der Schweiz (und Frankreich) folgt man jedoch der Wiener Kaffeehaus-Tradition, welche als Mokka einen schwarzen Kaffee bezeichnet, der vergleichbar mit dem Espresso ist, aber mit mehr Wasser zubereitet wird.

Okay, dann wird mir ja nicht gleich die geballte Faust aus der Tasse entgegenspringen.

Denn der Kaffee lief erstmal in die Tasse.
Dabei hat sich schon beim Einlaufen eine tolle Crema entwickelt:

Lecker! Und wer denkt, das ich jetzt großzügig Kaffee verteile, der irrt sich aber gewaltig! Das ist MEINER!

Prosit!

Na hoppla. Jetzt hab ich aber wirklich etwas anderes erwartet, als ich trinke. Von der Farbe der Bohnen, dem Geruch und der Farbe des Kaffees ausgehend habe ich erwartet, das ein heftiger Kaffee mich gleich aus den Latschen wirft. Aber nichts dergleichen ist geschehen.
Der Kaffee schmeckt rund und keinesfalls bitter. Da ich meinen Kaffee immer schwarz also völlig unverfälscht trinke, kann ich auch eventuell vorhandene Bitterstoffe oder Säuren ganz gut bemerken.
Aber hier sind sie nicht vorhanden. Ich würde sogar sagen, das dieser Kaffe als magenfreundlicher Kaffee durchgehen kann.
Er schmeckt rund und ist für mich kräftig genug, ohne vordergründig bitter zu sein.
Bei manchen Kaffeesorten zieht es mir ja sämtliche Speicheldrüsen zusammen und ich habe das Gefühl, tagelang durch die Wüste gelaufen zu sein. Hier nicht. Ich kann auch keinen säuerlichen Nachgeschmack feststellen.

Mist, jetzt ist die Tasse Kaffee schon alle, dann kann ich ja mal nachladen, damit ich in Ruhe den Artikel fertigschreiben kann.
So, danke für die Geduld und das Warten – ein guter Kaffee braucht halt auch seine Zeit!

Wo war ich denn jetzt? Achso, bei dem Geschmack. Wie ich schon erwähnt habe, bin ich keine Barista und kann weder vordergründige noch abgehende Noten herausschmecken. Mir das anzumaßen würde ich auch gar nicht wollen. Kennt Ihr diese Pseudo-Weinkenner? Die angestrengt das Glas schwenken, ein Schlückchen nehmen und sich in der angeblichen Differenzierung der Geschmacksvarianten ergehen? Na Hilfe – bleibt mir blos weg mit sowas!
Nein, dieser Kaffe ist weder vordergründig noch hat er einen Abgang mit der Note von irgendwas.
Er schmeckt … und er schmeckt gut! Außerdem schmeckt er nach Kaffee!
Trotz Allem kann ich schon behaupten, das ich einen gewissen Qualtiätsunterschied zu unserem normalen Kaffee bemerke. Denn der, den wir im Normalfall verwenden ist halt etwas günstiger. Entsprechend anders schmeckt er auch. Unser täglicher Kaffee hat tatsächlich eine Restsäure, die ich schmecke. Und die der Grund ist, warum ich auch gerne mal auf andere Sorten ausweiche. Denn säurehaltiger Kaffee schlägt mir nach einer bestimmten Anzahl an Tassen auf den Magen.

Übrigens gehöre ich zu der Kategorie Menschen, die auch abends gerne noch Kaffee trinken. Es ist wohl wahr, das koffein ein Aufputschmittel ist, aber der Körper gewöhnt sich erstens irgendwann an eine gewisse Koffeinkonzentration und zweitens liegt es auch an der Art, wie man seinen Kaffe trinkt. Was meine ich? Kaffee kann man abends bedenkenlos trinken, wenn man es gewöhnt ist. Koffein putscht zwar den Blutdruck kurzfristig hoch, aber er fällt auch ebensoschnell wieder ab. Eigentlich fällt er sogar etwas unter die normalen Werte und man wird schlagartig müde.
Das ändert sich jedoch, sobald Zucker im Kaffee ist. Denn Zucker verstärkt ein par Eigenschaften des Kaffees und die aufputschende Wirkung hält länger an.

So, nun aber genug der Ausführungen. Lasst mich in Ruhe mein Käffchen schlürfen und genießen!

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

10 Gedanken zu „Kein Schummeln, ein Schümli

  • 21. September 2011 um 17:26
    Permalink

    *lach* liebe sabo,

    da kannst du mal sehen, wie die Schweizer einen überraschen können.

    Lass es dir schmecken und gib ja nix ab.

    LG

    Antwort
    • 21. September 2011 um 17:33
      Permalink

      Doch … Männe hat auch Kaffee bekommen 🙂

      Antwort
  • 21. September 2011 um 17:59
    Permalink

    Naja, der darf auch was abbekommen, zugucken wär ja net so schön aber du bist ja eine liebende Ehefrau, die weiss ja, was Mann möchte. *lach*

    Antwort
    • 21. September 2011 um 18:19
      Permalink

      ich sag da jetzt mal nix weiter….

      Antwort
  • 3. April 2013 um 18:56
    Permalink

    Ich komm dann gleich zum Kaffetrinken vorbei 😉
    LG Sabienes

    Antwort
  • 3. April 2013 um 19:28
    Permalink

    ich möchte bitte auch einen… mal sehen, ob man den ohne Milch trinken kann, denn die brauch ich eigentlich 🙂
    Mokka klingt gut… Blümchenkaffee ist was für Weicheier… *gg*
    und ich musste wieder so grinsen, ich hätte dir beim Schreiben so gern zugeguckt!
    Knutscha

    Antwort
  • 3. April 2013 um 19:33
    Permalink

    Du darfst mir sogar beim Schreiben über die Schulter gucken 🙂
    Knutsch zurück

    Antwort
  • 3. April 2013 um 20:29
    Permalink

    wann, Süße??? bis 2014 halte ich nimmer aus!!!*heul*

    Antwort
  • 3. April 2013 um 20:56
    Permalink

    Nee, das müssen wir irgendwie früher gepeilt bekommen

    Antwort

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