Ja, ich gebe es zu, der Crocky (Crockpot, Slow Cooker) hat es mir echt angetan und ich bin schwer am Experimentieren. Nicht aus Mangel an guten Rezepten, sondern aus reiner Experimentierfreude und teilweise auch, weil ich einige Zutaten entweder nicht habe oder nicht nutzen möchte. Außerdem bin ich ja auch einigermaßen faul und habe gerne wenig Arbeit vorweg und hinterher. Deswegen wurden Hackbraten und Kartoffelgratin spontan zusammengelegt und gemeinsam im Crocky gemacht. Ob es nun als Gratin durchgeht oder peng – es hat auf jeden Fall saulecker geschmeckt.
1-IMG_6364

Was hab ich gemacht und vor allem womit?
Ich beginne langsam, eine Abneigung gegen Halb-und Halb Hackfleisch zu entwickeln und verwende deswegen vorwiegend Rind. Wer aber halb Kuh, halb Schwein nehmen will, darf das gerne tun. Vegetarier haben jetzt ein Problem, denn ich weiß nicht, woraus sich ein Pseudo-Hackbraten klöppeln lässt und ob der überhaupt Crocky-kompatibel ist. Hmpf. Muss ich mir darüber jetzt Gedanken machen? Nö, oder? Also liebe Vegetarier – entweder ihr macht nur das Kartoffelgedöns, oder ihr schnitzt Euch Soja-Tofu-Seitan-Weiss-ich-auch-nicht-Ersatzmasse. Sorry 🙁

Wo war ich denn? Ach bei den Zutaten – für 5 Personen (hm, hier wäre es alle geworden, wenn nicht zwei Fünftel rumkränkeln würden)
1 kg Rinderhack
2 Eier
2 Scheiben Toast
1 große Zwiebel
1 große Knoblauchzehe (hatte keine kleinen)
Salz
Pfeffer
1 Schwapp Barbecue-Sauce
1 Schwapp Ketchup
1 Packung Bacon

9 vorwiegend festkochende Kartoffeln
200 ml Sahne
100 ml Milch (hätt auch von beidem die Hälfte sein können, aber das wusste ich vorher nicht)
Muskat
Käse nach Wahl (bei mir flog … dazu später mehr)

Boah! Was für eine Liste.
Eigentlich kann auch jeder das Hackbraten-Rezept nehmen, das ihm am besten gefällt, erprobt ist oder wie auch immer. Mir ist es auch völlig wurscht, ob beim Nachkochen mit Fix-Produkten gearbeitet wird oder nicht. Am Ende ist dieser Versuch eines Rezepts sowieso eine Art Merkzettel für mich, damit ich mir fürs nächste Mal nicht wieder sämtliche Rezepte zusammensuchen muss. Also, jeder, der Bock drauf hat, sein Hackfleisch mit Tüte zu würzen, darf das tun. Wenn jemand eine Kuh hinterm Haus stehen hat, kann er von mir aus sein Mett selber machen, nachdem er die Kuh gemolken hat, den Käse, die Sahne und die Milch selber zusammengestrickt hat und wer töpfern kann, darf sich auch gerne eine Auflaufform selber machen (darin geht das nämlich bestimmt auch)
Ich verliere mich in Kleinigkeiten. Zurück zum Rezept.

Toastbrot würfeln (ja, alte Semmeln gehen auch, bevor die Frage kommt) und mit ein wenig lauwarmer Milch einweichen. Zwiebeln und Knoblauch klein würfeln (wers grob mag, solls in Gottes Namen grob lassen – ich mag das nicht)
Ei, Zwiebeln, ein wenig Salz, Pfeffer, Knoblauch, Ketchup und Barbecue-Sauce zu den Toastwürfeln und mit angewiederter Mine vermengen. Zumindest verziehe ich das Gesicht dabei. Wenn jetzt noch das Hackfleisch untergemengt wird, finde ich die ganze Prozedur so richtig eklig. Aber was muss, das muss. Auf einem Brett hab ich den Bacon hübsch drapiert, damit ich den Fleischklumpen später drin einwickeln kann. Ich will mir nämlich nur einmal die Flossen so richtig einsauen müssen. Also, einwickeln, in den Crocky (respektive die Auflaufform) schmeissen und ganz schnell Hände waschen. Boah nee, das ist echt nicht meins!

Danach beginnt der deutlich angenehmere Teil, nämlich Kartoffeln schälen, in feine Scheiben hobeln und um den jetzt nicht mehr so abschreckenden Fleischhaufen drapieren.
1-IMG_6358

Sahne, Milch und Muskat verrühren. Keine Extra-Gewürze beigeben, weil in den vielen Stunden im Crocky hoffentlich genug Geschmack abgegeben wird (jetzt kann ich bestätigen, dass extrawürzen nicht notwendig ist, es schmeckt :D)
Alles über die Kartoffelscheiben gießen und das ganze mit dem angedachten geriebenen Käse bestreuen.
1-IMG_6359
Oh, stimmt, ich wollte ursprünglich entweder Mozzarella oder mittelalten Gouda nehmen, hab dann aber im Kühlschrank noch einen Brie entdeckt, der da seit 2 Wochen vor sich hinvegetierte und spontan beschlossen, dass der obendruff kommt. Das gibt dem Ganzen wohl noch zusätzlichen Schmackes und ich muss ihn nicht wegdonnern.

Deckel drauf und dann… dann war Ausprobieren angesagt. Ich hab erstmal 2 Stunden auf High gekocht bzw. kochen lassen und dann auf Low geschaltet.
Nach 3 Stunden sah es schon ganz gut aus, und es waren ja immer noch mindestens 3 Stunden Zeit bis zum Essen.
1-IMG_6360

Tja, zwischendrin hab ich dann aber mal ein wenig Fett und zuviel des Guten, sprich Flüssigkeit abgeschöpft. Deswegen meine Anmerkung, dass es auch 100 ml Sahne und 50 ml Milch getan hätten. Der Bacon hat ordentlich Fett gelassen. Auch wenn man Crocky eigentlich nicht zwischendurch aufmachen sollte … Aber … dafür war die gesamte Garzeit dann auch 6,5 statt 6 Stunden 😉

Die letzte Stunde durfte der Kocher nochmal Gas geben, weil ich meinen Fleischhaufen ziemlich hoch gebaut hatte und irgendwie Schiss hatte, dass das Ding dann oben noch roh ist. Das hätte mir nicht gefallen.
Zum Servieren sah es dann so aus:
1-IMG_6362
Geile braune Farbe auf den Kartoffeln. Nur der Bacon sieht noch etwas tot aus. Macht nix, der sollte eh nur Geschmack abgeben. Hat aber auch so teil-labberig geschmeckt.

Alles einigermaßen ansprechend auf Teller drapiert
1-IMG_6363
Hm, nunja, wo hätte das Eiweiß aus dem Fleisch auch hingesollt – nu ist es eben auf dem Teller gelandet.

Fertig.
Saftig, lecker, sättigend, bestimmt keine Haute Cusine (oder wie das Ding heißt), aber es schmeckt.
Einen Preis fürs dekorative Anrichten krieg ich dafür bestimmt auch nicht, aber es kommt ja auch kein heinz Horrmann und mäkelt. Zum Mäkeln hab ich meine Kids!

Übrigens, wer ein richtiges Gratin-Gratin erwartet, ist hier falsch. Entweder war es zu viel Flüssigkeit oder die falsche Kartoffelsorte oder beides. Das ist mir aber sowas von egal, wenn es mir schmeckt.