Praktikawelten Blogparade

Gerade bin ich von Sandra gefragt worden, ob ich nicht bei der Praktikawelten Blogparade mitmachen möchte. Hm… angeschaut … das ist tatsächlich was für mich. Warum? Weil ich denke, dass das Thema auch zu mir passt.

Es ist vollkommen egal, welche Geschichte Ihr im Blog schreibt. Ob es sich um ein Vorkommnis aus dem Arbeitserlebnis bei Work and Travel handelt, eine Begebenheit, die über das Land und Leute einen Eindruck vermittelt, ob es eine witzige Anekdote ist, oder ein spannendes Erlebnis. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Geschichte sich so zugetragen haben sollte.

Mein AuPair-Jahr liegt zwar schon den einen oder anderen Tag zurück. Genauer gesagt, liegt mein AuPair Jahr schon mehr als nur ein paar Jahre zurück, denn ich war vom September 1991 bis Oktober 1992 auf Long Island, New York. Aber ich zehre heute noch von den Erfahrungen und den Erlebnissen.
Außerdem bin ich noch mit vielen Menschen befreundet, die ich in der Zeit kennengelernt habe.
Damals gab es noch kein Internet. Telefon auch die gute Snailmail, sprich richtige Briefe waren die Mittel der Verständigung. Briefe habe ich viele geschrieben. Sehr viele. Und telefoniert habe ich auch viel.
Zwar weiß ich jetzt das Internet mit all seinen Vorzügen zu schätzen, aber ich glaube, es war gut, dass ich es nicht hatte. So konnte ich ganz andere Beziehungen aufbauen. Und ich konnte meine Zeit viel intensiver und anders erleben. Jetzt bin ich froh, dass es Facebook und Co gibt, weil ich so schneller und einfacher Kontakt zu meinen Freunden halten kann.
Mit meiner Gastfamilie habe ich noch Kontakt und auch mit anderen, die ich damals kennen gelernt habe.

Doch eigentlich ist das ja nicht die lustige, spannende oder aufregende Geschichte, um die es geht, oder?
Ich schnappe mir einfach mal die Fragen, denn die scheinen mir eine gute Grundlage zu sein, um den Artikel zu schreiben:

Welches Erlebnis in der dortigen Arbeitswelt hättet ihr eurer Meinung nach nie so in Deutschland erlebt?
Zu der Zeit, als ich mein AuPair Jahr anfing, war es in Deutschland noch nicht so üblich, schon gar nicht für die „Ex-Ossis“, über den großen Teich zu fliegen und dort 1 Jahr auf fremde Kinder aufzupassen.
Auslandssemester waren eher an der Tagesordnung.
Ob das nun wirklich als Arbeitswelt zu bezeichnen ist?
Jedenfalls hab ich neben dem AuPairing immer mal bei einer guten Freundin den Hausputz gemacht. Ich fand es schon toll, dass die Familie mir als damals 19-jähriger einfach den Schlüssel zu ihrem Haus gab und mich dort schalten und walten ließ. Außerdem hab ich der Freundin auch bei ihrer Diplomarbeit geholfen. Sie hat damals ihren Vor-Abschluss in klinischer Psychologie gemacht. Da Fragen zu beantworten und als „Versuchsperson“ zu fungieren in einer Sprache, die nicht meine Muttersprache ist, fand ich toll.
Meine Gastmutter hat damals am Nassau Veterans Memorial Coliseum gearbeitet und wenn dort mal deutsche Gruppen zu Gast waren, wurde ich immer als Dolmetscher hinzugezogen. Das fand ich irgendwie auch sehr fetzig. Zumal ich bei den gelegenheiten immer wieder festgestellt habe, wie schnell es mir passierte, dass ich Probleme bekam, vom Englischen wieder spontan aufs Deutsche zu wechseln.

Bei welchem Anlass konntet ihr tiefere Einblicke in das Leben der Leute dort erhalten?
Ich habe dort gelebt und war Teil der Familie. Ich wurde nicht als „Mitarbeiter“ sondern als Familienmitglied integriert. Ich denke, wenn ich heute vor der Tür stehen würde, würde ich mich keine Sekunde lang fremd fühlen, sondern sofort wieder zu Hause. Denn das war es für mich: zu Hause!
Auch wenn ich inzwischen selber dreifache Mutter bin, habe ich doch vieles mitgenommen, was ich in der Zeit gelernt habe. Ich glaube, das Jahr hat mich sehr geprägt. Im Umgang mit Kindern, im Verständnis von Familie und Beziehung und in der Art, auf Menschen zuzugehen.

Gab es einen Ausflug in die Natur des Landes, bei dem du definitiv die üblichen Touristenpfade verlassen hast?
Ja… hm. Okay, wenn man nur 30 Minuten von Manhattan entfernt wohnt, verlässt man irgendwann zwangsweise die Touri-Pfade. New York bei der „Bike New York“ kennen zu lernen ist sicherlich aufregender, als mit dem Touri-Bus durch die Stadt zu shippern. Außerdem habe ich fast alle Besuche in NY zu Fuß erledigt. Von der Penn Station bis zum Battery Park zu laufen erfordert schon einiges an Ausdauer.
Aber es war ja die Frage nach der Natur… ooops, naja, Natur findet man in der City auch, zum Beispiel im Central Park 😉
Ich bin aber auch mit meiner Freundin mit dem Auto nach Boston oder nach Florida gefahren, was unglaublich viel Spaß gemacht hat.
Mit meiner Großmutter habe ich Washington D.C. erkundet. Das werden wir beide nicht vergessen. Wer kann das schon von sich behaupten, dass Omi nach NY zu Besuch kam und man gemeinsam ein Wochenende in Washington verbracht hat?

Hast du Sitten, Bräuche oder Feste erlebt, die aus europäischer Sicht so ganz anders sind?
Joah. So ziemlich alles an Feiertagen und Familienfesten. Wenn ich jetzt sage, dass mein Gastvater noch 9 Geschwister hatte, reicht das als Aussage für die Menge an Familienfeiern? Obwohl das mit deutschen Familienfeiern nicht zu vergleichen ist. Es waren einfach schöne „get togethers“.

Gab es in deinem Reiseland Sportarten, von denen man hier nichts oder nur sehr wenig weiß?
Ich habe mir damals Inline-Skates (Rollerblades) mitgebracht und bin zu Hause angeschaut worden, als hätte ich Rosa Antennen auf und grüne Punkte. Heute fallen Inline-Skater ja nicht mehr auf, aber ich war 1991/1992 mit den Dingern in NY schon fast verwachsen und habe sie dann eben mitgebracht. Über das Kopfschütteln der Nachbarn in Deutschland könnt ich mich heute noch zerruppen vor Lachen.

Bei welcher Begebenheit dachtest du, du wärst aufgeschmissen, kamst aber mit einem Schrecken davon?
Ich hatte für eine befreundete Familie ein Ferien-AuPair organisiert, von der ich eigentlich dachte, dass sie zuverlässig wäre. Aber irgendwie hatte ich mich wohl sehr in ihr getäuscht und sie ganz falsch eingeschätzt. Jedenfalls ging das fürchterlich nach hinten los. „Zum Glück“ für uns alle ist sie nach knapp 2 Wochen krank geworden und freiwillig nach Hause geflogen. So peinlich mir das auch war, es hat keiner Schaden genommen …

Ich glaub das reicht oder? Meine ca. 1000 Bilder scanne ich jetzt aber nicht ein.
Nur eins …

Das mit dem Sahneteller im Gesicht bin ich… und die, die sich so köstlich drüber amüsiert, dass sie getroffen hat ist meine Freundin, mit der ich nach Boston und FL gefahren bin und mit der ich heute noch viel Kontakt habe.
Und bei Ciao.de habe ich vor einiger Zeit auch meine Erfahrung niedergeschrieben

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

4 Gedanken zu „Praktikawelten Blogparade

  • 13. Februar 2014 um 21:46
    Permalink

    Wow, ich bewundere Dich für Deinen Mut! Damals, 1995 oder 96 wollte ich auch unbedingt als Au pair weg, am liebsten in die USA. Eigentlich wollte ich auch vorher schon ein Auslandsjahr machen, hatte sogar schon fast sicher, ein Stipendium zu bekommen. Leider waren meine Eltern damals total dagegen und ich viel zu sehr unter ihrer Fuchtel, als das ich wiedersprochen hätte.

    Ich flog dafür 10 Jahre später für 2 Wochen nach Spanien und machte einen Sprachkurs. War super, zumal ich mir ganz bewusst eine Stadt ausgesucht hatte, die ich schon kannte und öfter besucht hatte. Doof war nur, dass die ganzen jungen Hühner der Sprachreisen heutzutage eher nur Party im Kopf haben – wer da was lernen will, gilt sofort als total out ^^

    Antwort
  • 13. Februar 2014 um 21:48
    Permalink

    Das ist ja doof 🙁 Ja, irgendwie ist man als Lernwilliger schon gebrandmarkt heute – doof oder?
    Aber nen Sprachkurs in Spanien, das könnt mir auch noch gefallen.

    Antwort
  • 13. Februar 2014 um 21:49
    Permalink

    Achja, meine Eltern hatten auf meinen „Ich will AuPair werden“ -Einwurf gesagt: Das machst Du sowieso nicht, dafür fehlt Dir der Mut!
    Na und ob mir der Mut gefehlt hat – das wollte ich erst recht beweisen!

    Antwort
  • 13. Februar 2014 um 21:54
    Permalink

    Lach, das wäre mir wohl auch so gegangen mit dem „Jetzt erst recht“. Meine kamen damals mit „So lange du deine Füße unter meinen Tisch und so“. Schwierig, wenn man keine Ausbildung hat und frisch von der Schule kommt bzw. gekommen wäre. Und nach einer Ausbildung steckt man viel zu sehr in der Arbeit drin – zumindest dann, wenn sie Spaß macht. 😉

    Sprachkurs an sich war super, wobei ich nie wieder im Sommer fahren würde, denn dann haben die ganzen Hühner Sommerferien 😉 Lieber im Herbst, das empfahl die Schule selbst. Ansonsten muss man entweder ständig mit Party machen oder gut mit sich selbst klarkommen können …

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hier werden sie nicht nur gebacken, sondern auch (maximal 7 Tage lang) genutzt. Cookies erleichtern die Bereitstellung dieser Webseite. Mit der Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen