Lemon-Baisers Low Carb

Ich mag Baiser und ich mag Lemon Curd. Beides ist aber echt zuckerlastig. Eigentlich. Und so kam mir in den Kopf, dass ich ja mal ein wenig rumexperimentieren könnte. Und mit was? Mit zufriedenstellendem Erfolg!
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Beide Rezepte lassen sich übrigens eins zu eins mit normalem Haushaltszucker ebenso bewerkstelligen. Der Vorteil von Xylit / Xylitol (manchmal auch Birkenzucker) liegt allerdings nicht nur darin, dass die Zuckeralkohole bei Low Carb und bei Diabetes insulinunabhängig verstoffwechselt werden. Außerdem wird Xylit eine antikariogene Wirkung nachgesagt.

 

Die antikariogene Wirkung beruht darauf, dass Xylitol die Plaquebildung reduziert. Karies verursachende Bakterien wie Streptococcus mutans werden im Wachstum gehemmt. Sie können den Zuckeralkohol nicht verstoffwechseln und werden somit ausgehungert. Der regelmäßige Verzehr senkt die Zahl der Streptokokken in der Plaque und im Speichel deutlich und verhindert zusätzlich das Anlagern der Bakterien am Zahnschmelz. Ein weiterer Effekt von Xylitol ist, dass er die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Genug der Theorie. Ab in die Praxis beziehungsweise in die Küche.

Ich habe mit 2 Eiern „experimentiert“ und muss sagen, dass die Menge echt ausreichend ist. Zwar haben die Baisers sich im Ofen schneller verfärbt, aber das tut dem Geschmack nun wirklich keinen Abbruch.

Zutaten für die Baiser:
2 Eiweiß
150 Gramm Xylit
35 Milliliter Wasser
1 Messerspitze Weinsteinbackpulver
eventuell Vanille-Extrakt oder ausgeschabte Vanilleschote

Also:
Xylit (Xucker) abwiegen
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und mit 35 ml Wasser in einen Topf geben.
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Da Xylit sich etwas anders verhält als Haushaltszucker ist ein Zuckerthermometer ganz praktisch. Denn der Sirup soll bis auf 120 Grad aufkochen, macht aber keine Blubberbläschen wie Zuckerwasser es macht.
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In der Zeit in der der Sirup aufkocht, habe ich die Eiweiß mit dem Weinsteinbackpulver schon fast ganz steif geschlagen.
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Um dann den Xuckersirup bei langsamem Rühren einlaufen zu lassen. Nicht alles auf einmal reinkippen, sondern wirklich in einem dünnen Strahl in das Eisweiß laufen lassen! Danach kann oder muss die Rührgeschwindigkeit wieder auf volles Pfund gedreht werden. Das anschließende Rühren dauert gut und gerne 5 Minuten. Danach hat das Eiweiß einen schönen Glanz, zieht Spitzen und ist soweit abgekühlt, dass es sich sofort weiter verarbeiten lässt.
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Ich habe die Baisermasse jetzt irgendwie (ja, ich kenne die Tricks mit dem Messbecher und der Spritztüte, trotzdem ist es eine klebrige Angelegenheit) in eine Spritztüte verfrachtet,
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und lustige Baiser-Ringe oder Förmchen auf die Silikonmatte gespritzt.
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Schließlich will ich die ja anschließend füllen, deshalb ist da ein Rand und in der Mitte eine Kuhle.
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Irgendwie war aber zu viel Masse da, also hab ich mir ein zweites Backblech geschnappt und noch andere putzige Formen gemacht.
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Die Baiser durften erst einmal eine halbe Stunde „antrocknen“ bevor sie bei 100 Grad für 90 Minuten im Ofen verschwanden. Danach hab ich den Ofen ausgeschaltet und die Baiser im Ofen weiter trocknen lassen, bis sie nicht mehr klebrig waren (dauert gut und gerne noch einmal zwei bis drei Stunden)

In der Zwischenzeit konnte ich mich dem Lemon Curd widmen und die Eigelb verarbeiten.

Zutaten für den Lemon Curd:
2 Eigelb
25 Gramm Butter
35 Gramm Xylit
3 Esslöffel Quetschzitrone (oder Quetschlimone)

Die Butter durfte schmelzen,
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Xucker hab ich abgewogen,
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und Quetschzitrone abgemessen.
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Nachdem die Butter geschmolzen war, habe ich den Topf vom Herd gezogen und Xucker und den Zitronensaft eigerührt.
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Anschließend die Eigelb eingerührt,
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und den Topf wieder auf den Herd geschoben. Unter wirklich ständigem Rühren bei mittlerer Hitze so lange aufgepasst und gerührt, bis die Masse anfing, anzudicken.
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Jetzt lag ja noch der Spritzbeutel von der Baisermasse rum, also habe ich den abgekühlten Lemon Curd dort hinein verfrachtet.
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Hm, aus dem Ofen geholt sind sie leicht bräunlich – und irgendwie nicht wirklich fest wie ein gekauftes Baiser – na mal schauen 🙂
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Nach gefühlt endlosem Warten darauf, dass die Baiser endlich einigermaßen sind, konnte ich sie endlich füllen…
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Eins als Anmerkung – auch wenn sie abgekühlt sind und durchgetrocknet, sind sie wirklich nicht so fest, wie es gekauftes Baiser ist. Aber sie schmecken so lecker.
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Kleines Update ein paar Stunden (okay, so 6 Stunden) später…
Sie werden ja doch fest!
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Darf ich jetzt mal sagen, dass es anscheinend doch Zero Carb Süßkram gibt? Ich hab die Zutaten einfach mal zusammengefasst.
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Im eBook sind sie nicht drin 😉

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

4 Gedanken zu „Lemon-Baisers Low Carb

  • 28. November 2015 um 17:57
    Permalink

    Xylit soll gar keine Auswirkung auf den Blutzucker haben? Ist das erwiesen? Das wäre ja klasse!
    (Erfahrungsberichte von Diabetikerinnen reichen auch schon. Ich wäre nur gern sicher, bevor ich das einer Diabetikerin auftische ;))

    Antwort
    • 28. November 2015 um 18:51
      Permalink

      Schau mal unter diesem link nach da werden die Vorteile erwähnt.
      Am Wichtigsten:Xylit wird vom Körper langsam abgebaut, daher hat es nur einen sehr geringen Einfluss auf den Blutzucker. Auch der gerade für den Diabetiker so wichtige Insulinspiegel wird durch Birkengold kaum beeinflusst. Wenn Sie Lebensmittel und Getränke mit Birkengold anstelle von Zucker süßen, gibt es einen deutlich geringeren Effekt auf den Blutzuckerspiegel und die Insulinantwort im Körper.

      Liebe Grüße,
      Sabo

      Antwort
  • 14. November 2018 um 12:07
    Permalink

    Der Ofen bleibt zu oder halboffen? Meine sind nach 2 Stunden im Backofen und Übernacht immer noch weich 😩 kann ich sie noch retten?

    Antwort
    • 14. November 2018 um 15:57
      Permalink

      Hallo Tatiana,
      der Ofen bleibt zu und wenn er ausgeschaltet wird, bleibt er ebenfalls geschlossen. Bei mir hat das Trocknen gefühlt ewig gedauert. Nach dem Ausschalten nochmal gut und gerne weitere 2-3 Stunden plus Zeit zum Abkühlen

      Antwort

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