Löwenzahn“honig“ Low Carb und High Carb

ich habe bewusst das Wort „Honig“ in Anführungsstriche gesetzt. Wieso? Dazu gleich mehr. Ich habe in Kindheitserinnerungen geschwelgt, denn den Geruch vom Löwenzahnhonig kenne ich noch aus Oma Gertruds Küche.
IMG_5443

So, nun zum Thema „Honig“ – was in Deutschland als Honig gilt, regelt die Honigverordnung aus dem Jahre 2004:
„Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.“
(Zitat aus der Honigverordnung von 2004, Anlage 1, Abschnitt 1 Allgemeines)

Tja – und da ich weder Biene bin noch anderweitig saugendes Insekt, ist es eben kein Honig.
Dann eben Brotaufstrich. Im Low Carb Fall würde ich es sogar als Gelee bezeichnen. Die normale Version ist konsistenzmäßig schon näher am Honig. Geschmacklich kann man beides mit Honig assoziiren.

Ausgangsbasis für beide Versionen war ein frisch gesammeltes Körbchen voller Löwenzahnblüten.
IMG_5416

Ich habe sie nicht abgewogen, aber lass es so 300 bis 400 Gramm gewesen sein. Auf jeden Fall füllt die Menge einen halben Topf.
IMG_5417

Ganz wichtig: Die Löwenzahnblüten sollten ohne Stiel sein (also direkt unter dem Grünen vom Blütenkelch abknipsen). Manche machen sich die Arbeit und zupfen sogar nur das Gelbe aus der Blüte. Das mache ich nicht.
Außerdem sollte die Wiese möglichst nicht direkt neben einer vielbefahrenen Straße liegen und kein Hundeklo sein.

So, weiter im Text. Die Löwenzahnblüten werden mit Wasser (bei mir: 3 Liter) aufgegossen,
IMG_5418

und dürfen dann erst einmal zwei bis drei Stunden stehen. Danach werden sie einmal aufgekocht.
IMG_5425

Deckel drauf und bis zum nächsten Morgen einfach auskühlen und stehen lassen. Sieht schon irgendwie komisch aus.
IMG_5426

Und Nu? Ich will ja „Honig“ machen und keine Konfitüre. Also ab mit dem Zeug durch einen Durchschlag.
IMG_5427

Und schööööön die Blüten ausdrücken. Da ist ja das ganze gute Zeug drinne.
IMG_5428

Mal ganz ehrlich – es hat schon ein bissi was von Dopingkontrolle.
IMG_5429

Für die „normale“ Version hab ich auf 1 Liter Löwenzahngebräu 500 Gramm Zucker gegeben und noch einen Apfel mit reingeraspelt. Warum? Der lag da so unaufgeregt in der Küche rum.
IMG_5430

Die Low Carb oder zahn-, figur- und kohlenhydratfreundliche Version bekam auf rund 2 Liter Flüssigkeit 500 Gramm Xylit / Xylitol *

IMG_5431

und 3 Teelöffel Agar Agar Pulver *.
IMG_5433

Dann ging das große Einkochen lassen los. Die Bude roch wie eine mit heißem Wasser übergossene Wiese, weil sowohl die Zuckerversion
IMG_5434

Als auch die Xylit-Version erst einmal auf die Hälfte einkochen mussten.
IMG_5435

Das hat gut und gerne eine Stunde gedauert.
Danach habe ich beides durch ein Sieb in Gläser gefüllt
IMG_5436

und beschriftet.
IMG_5437

Das Xylit-Löwenzahn-Gelee war deutlich schneller abgekühlt. Und da unser Tochterkind den Wunsch äußerte, einen Toast essen zu wollen, musste sie testen.
IMG_5441

Sie hat gesagt: Mami, die Marmelade schmeckt nach Honig.
IMG_5442

Na dann, guten Hunger.
IMG_5444

Dafür hat die High Carb-Version tatsächlich honigartige Züge
IMG_5445

*affiliatelink

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

4 Gedanken zu „Löwenzahn“honig“ Low Carb und High Carb

  • 10. April 2016 um 10:35
    Permalink

    Das sieht ja wahnsinnig lecker aus :-). Ich möchte gerne einmal das Rezept nachkochen. Darf ich fragen wie hoch und wie viel Durchmesser der „große Topf“ haben muss? Damit ich nicht die falsche Menge an Blüten sammele 🙂

    Liebe Grüße

    Antwort
    • 10. April 2016 um 11:03
      Permalink

      Liebe Sabine,
      mein Topf ist 14 cm hoch und hat einen 24 cm Durchmesser. Ich denke, er fasst so zwischen 4 und 5 Liter – das habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgemessen 🙂
      Liebe Grüße,
      Sabo

      Antwort
  • 10. April 2016 um 11:22
    Permalink

    Ich danke dir für die schnelle Antwort :-). Ja, wenn ich etwas zum ersten Mal koche, dann bin ich immer sehr pingelig aus Angst, dass etwsa schief gehen könnte und will mich immer detailgetreu ans Rezept halten *grins*

    Antwort
    • 10. April 2016 um 11:24
      Permalink

      Gerne doch 🙂 Ich bin da wohl das genaue Gegenteil. Ich weiß nicht, wie oft ich schon mittendrin in größere Töpfe umgefüllt habe *schmunzel*
      Gutes Gelingen

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hier werden sie nicht nur gebacken, sondern auch (maximal 7 Tage lang) genutzt. Cookies erleichtern die Bereitstellung dieser Webseite. Mit der Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen