Nein, meine Suppe esse ich nicht!

Doch, manchmal schon. Zumindest, wenn ich die Suppe koche 😀 Dann weiß ich nämlich, was drin ist. Und wer meckert, fliegt raus? Dann würden mein Mann und ich das eine oder andere Mal alleine am Tisch sitzen. Diese Woche geht es bei Sabienes Blogparade „Mahlzeit“ also um den berühmten Suppenkaspar, Mäkelpott, Mäkelsuse … wie auch immer das nun genannt wird.
Mahlzeit_180

Dann taste ich mich mithilfe der Fragen mal langsam an das Thema ran, oder?

Wie geht ihr mit den Suppenkaspern in eurer Familie um?
Da ich meistens koche, kann ich die Sachen, bei denen ich mäklig bin, oder die ich nicht essen mag schlichtweg weglassen. Klarer Heimvorteil, würde ich sagen. Weiße Bohnen hab ich in meiner ganzen Küchenkarriere noch nicht gekocht. Ich mag sie nicht und ich werde sie auch nicht kochen. Bei anderen Dingen bin ich da schon etwas großzügiger und bereite sie sogar zu, selbst wenn ich sie nicht esse. Dazu später mehr.
Bei uns wird eigentlich nach der Devise: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! gelebt. Inzwischen weiß ich ja, was meinen Kindern nicht unbedingt schmeckt, bei was sie rummäkeln und im Essen rumsezieren. Ich versuche zwar, es so gut es eben geht allen recht zu machen. Aber das klappt nicht immer. In manche Sachen gehört einfach auch mal grüner Pfeffer rein.
Die Kids mögen nicht so wahnsinnig gerne Spargel. Damit hab ich überhaupt kein Problem. Dann essen sie eben nur Kartoffeln, Sauce und Beilagen wie Schinken und Fleisch – um den Spargel kümmern wir Großen uns dann.
Piepelt jemand lustlos im Essen rum, nur weil es demjenigen nicht ansteht, kann es durchaus passieren, dass ich den Teller nach ein paar mehr oder weniger freundlichen Anmerkungen schnappe, in die Küche bringe und sage: Dann hast Du eben Pech! Dann scheint der Hunger nicht groß genug zu sein.

Habt ihr besondere Tipps und Tricks, wie ihr eure Kinder zu gesundem Essen überzeugt?
Nö, weil ich sie zu gesundem Essen nicht unbedingt überreden muss. Der Große ist mehr so der „Wat der Bur nich kennt, dat frett er nich“-Typ. Da verdrehe ich das eine oder andere Mal die Augen und denke mir meinen teil. Hat er Hunger, wird er schon essen. Zerlegt er hingegen mikroskopisch genau das Essen, werd ich schon ein wenig angepieckst und maule. Dann kann auch der Satz: Soll ich es Dir pürieren, damit Du nicht siehst, was drin ist? fallen. Geht das Rumgestocher dann weiter, darf er sich gerne an einen anderen Tisch setzen, damit ich mir das Drama nicht weiter ansehen muss.
Der Mittlere probiert wenigstens das meiste, ebenso die Kleine. Manchmal schmeckt es dann, manchmal eher nicht.
Was ich absolut nicht mag ist, dass sie manchmal Phasen haben, wo pauschal gemäkelt wird. Ich will aber keine Sauce. Nee, ich mag heute keine Kartoffeln. Reis mag ich überhaupt nicht. Ist da Pfeffer drin? Was ist das?
fertige Pfanne
Ah! Da geht mir manchmal echt das Messer in der Tasche auf. Ich kann dan teilweise auch sehr ungehalten werden und blaffe mal eben über den Tisch.

Wie reagiert ihr, wenn es dem Mann (Freund, Frau, Freundin) nicht schmeckt?
Dann schmeckt es mir meistens auch nicht. Weil ich mich im Salz vertan hab oder das Experiment definitiv in die Hose ging. Das ganze wird meistens mit einem losen Spruch und gelobter Besserung begleitet. Entweder das Essen fleigt in hohem Bogen in die Tonne, weil es wirklich schier ungenießbar ist, oder ich bekomme den dezenten Hinweis: Das muss nicht dauerhaft auf die Karte! Dann weiß ich, dass ich mich wohl ein wenig vergriffen habe.

Kocht ihr manchmal oder regelmäßig eine extra Mahlzeit für einen eurer Lieben?
Ja schon. Manchmal will ich einfach etwas essen, von dem ich weiß, dass es bei den kids extrem lange Gesichter produziert. Um mir das zu ersparen, koche ich auch tatsächlich manchmal 2 unterschiedliche Gerichte. Was aber eher die Ausnahme, denn die Regel ist.
Oder die Kinder möchten etwas essen, wonach mir nun so überhaupt nicht ist. Ich mag zum Beispiel nicht wirklich gerne süße Hauptmahlzeiten. Wenn ich also Milchreis oder Pfannkuchen, Waffeln und Co mache, dann zwar für alle, aber ich esse eher eine Dessertportion und schmier mir noch ne Stulle dabei.
SANYO DIGITAL CAMERA

Bei Milchnudeln koche ich garantiert für mich etwas anderes. Denn mit Milchnudeln kann man mich wirklich bis sonstwohin jagen. Auch wenn es noch so lecker aussehen mag. Die Kombination aus Milch und Nudel ist nicht meins.
fertig aus dem Ofen
Meinem Mann koche bzw. brate ich das eine oder andere mal Leber oder Lamm. Ich selber geh da überhaupt nicht bei, weil ich es nicht mag. Aber ich kann es zubereiten und laut Aussagen des Essers schmeckt es auch. Gibt es z.B. Leber, dann isst der Rest eben irgendwas anderes Kurzgebratenes. Ich mag auch keine Sülze zu Bratkartoffeln. Dann haue ich mir eben stattdessen ein Ei in die Pfanne.
Sonntagsschnappi 11

Was macht ihr, wenn es sich bei dem Suppenkasper – oh wie peinlich! – um ein Gast in eurem Haus handelt?
Dann hat er Pech. Nein, das ist bei uns noch nicht vorgekommen, da recht wenig Leute zum Essen vorbeischauen. Meinen Stiefvater ziehe ich gerne mal auf und sage, es gäbe Milchreis. Und meiner Mutter schlage ich immer wieder Chili con Carne vor.
mit Chili
Meistens wird das Essen aber vorher abgesprochen. So kommt es wenigstens nicht zu unliebsamen Überraschungen.
Sind Freunde der Kinder hier, die mal Hunger haben und etwas essen wollen, dann ist das auch meist kein Problem. Dann wird halt gefragt, was sie essen wollen und damit ist gut.

So, das solls dann gewesen sein mit der Litanei über Suppenkaspar & Co. Übrigens… im original heißt er Kaspar 🙂 Und da ich mit dem alten Buch aufgewachsen bin, habe ich die Schreibweise beibehalten.

Bildquelle: wikisource / Der Struwwelpeter/Die Geschichte vom Suppen-Kaspar

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

14 Gedanken zu „Nein, meine Suppe esse ich nicht!

  • 28. März 2013 um 18:24
    Permalink

    Sehr schön, schon meine Mama hatte dieses Buch danach ich und nun habe ich es nochmal gekauft für unsere Kinder.

    Wir sind uns mal wieder sehr einig 😉

    Hm über Sülze zu Bratkartoffeln habe ich noch nie nachgedacht,würde auch keiner Essen 😉 bei uns ist es immer traditionell mit Spiegelei und auch ab und an mal mit Fleischkäse(Leberkäse)

    Ich esse auch keine Leber, meine bessere Hälfte schon aber ich muss es nicht für ihn machen, er isst eonfach das was ich esse, sehr unkompliziert.

    Mit süßen Hauptmahlzeiten kann ich auch nicht wirklich was anfangen, wenn es Pfannkuchen oder Waffeln gibt teile ich daher den Teig und mache auch eine herzhafte Variante, die auch bei den süß Essern gut ankommt.

    so, werd mich mal wieder unserer Feiertagseinkaufsliste widmen bevor der laden zu macht 😉

    herzliche Grüße
    Andrea

    Antwort
  • 28. März 2013 um 18:58
    Permalink

    Wir haben schon eingekauft 😀 Und spontan Raclette beschlossen. Da mault keiner und ein Einkauf reicht für 2 Mal essen mit Spaß 🙂

    Antwort
  • 28. März 2013 um 20:10
    Permalink

    grins… „da komm ich nicht bei“… ja, da hab ich auch so einiges, aber Bratkartoffeln und Sülze… das ist sowas Feines, was du da verpasst!!! 🙂
    Milchnudeln??? bääääääääääääähhhhhhhhhhh… und das mit der Stulle nebenbei kenne ich auch, nur dass ich nicht mal ne Dessertportion der süßen hauptspeise esse(n kann)… ich mag das einfach nicht!
    lachen musste ich auch bei: wenns denen nicht schmeckt, dann schmeckts mir auch nicht… weil was schief gegangen ist. Das kam mir irgendwie bekannt vor ♥
    Also ich entdecke Gemeinsamkeiten und sehe gemeinsamen Essen (keine Sülze, ich weiß) gelassen entgegen. WANN??? ♥
    nur das Schnitzel vermisse ich hier… irgendwie 😀

    Knuuuuuuuuuuuuuutsch

    Antwort
  • 28. März 2013 um 20:49
    Permalink

    Schnitzel kann ich auch – in allen erdenklichen Größen 🙂 Meine Standard-Ausführung ist, aus 4 „normalen“ Schnitzeln mindestens 12 kleine zu machen 😀
    Aber … Du, liebste Claudi … würdest Du auch DAS Jägerschnitzel noch mitessen? Also Jachtwurscht mit Panade?

    Antwort
  • 28. März 2013 um 23:13
    Permalink

    Wer meckert, fliegt raus … da würde ich meinen Mann rausschmeißen müssen. Der Arme vermisst die gute, bayerische Küche allzusehr. Schon bitterlich.
    Ich glaube, ich hatte auch als Kind diesen alten Struwwelpeter mit dem Suppenkasper. Ganz schön übertrieben, diese Geschichten, oder?
    LG
    Sabienes

    Antwort
  • 28. März 2013 um 23:24
    Permalink

    Joah, aus heutiger erziehungspädagogischer Sicht sind die Methoden bestimmt knastrelevant – so Daumen abschneiden und sowas … Himmel. Aber gern gelesen hab ichs trotzdem 😉 Und die Gebrüder Grimm sind ja auch nicht wirklich harmlos 🙂

    Antwort
  • 29. März 2013 um 07:55
    Permalink

    Irgendwie finde ich es beruhigend, dass es beinahe überall gleich zugeht 🙂

    LG
    Tina

    Antwort
  • 29. März 2013 um 07:59
    Permalink

    grins… das Ossi-Jägerschnitzel? mit wässriger Ketchupsoße und Nudeln??? jaaaaaaaaaaaaaaa… sehr sehr gerne, Saboschatz, WANN???
    Knutschaaa

    Antwort
  • 29. März 2013 um 21:00
    Permalink

    Auch hier sehe ich die Vielseitigkeit des Themas wieder.

    Auch der Umgang ist mit den Suppenkasper-Situationen ist sehr unterschiedlich.

    Dass Du trotz der Grundregel gelegentlich 2 Gerichte machst, finde ich gut.

    LG
    Manni

    Antwort
    • 29. März 2013 um 21:04
      Permalink

      Manchmal sind mir meine Nerven lieber 😉 Oder wie geschrieben, wird es sowieso von Anfang an unterschiedlich geplant. Dann sind auch 2 Gerichte kein Problem. Nur ad hoc-Umplanung ist nicht meine Vorzeigedisziplin.

      Antwort
  • 3. April 2013 um 07:02
    Permalink

    Darf ich mal eine blöde Frage stellen, ich bin zu faul, um es zu googeln, außerdem mag ich „individuelle“ Antworten viel lieber: was zum Deibel sind Milchnudeln? Kocht man die Nudeln dabei in Milch? (wenn ja: dann gruselt auch mir)

    Antwort
  • 3. April 2013 um 09:05
    Permalink

    Moin. Jupps, genau sowas ist das. Nudeln mit / in Milch gekocht mit Zucker. Manche dicken das auch mit Pudding an und schmeißen noch Rosinen rein. Ganz furchtbar. Dann lieber Milchreis 😉

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hier werden sie nicht nur gebacken, sondern auch (maximal 7 Tage lang) genutzt. Cookies erleichtern die Bereitstellung dieser Webseite. Mit der Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen