Mallomars (oder der Marshmallow-Keks-Kuss)

Wie sagt man da nun am Besten zu? Mallowmars, Marshmallow-Schaumkuss, Marshmallow-Keks-Kuss? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht sagt man einfach: Lecker! Dazu? Oder „Was es alles gibt!“
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Auch wenn ich eigentlich diejenige bin, die nicht viel Zutaten benutzen möchte und bei der es eigentlich schnell und unkompliziert gehen soll, gibt es immer mal wieder diese Situationen, wo alles anders ist.
Wenn das Kind Geburtstag hat und etwas mit in die Schule nehmen möchte, zum Beispiel.
Klar, ich hätte einen der üblichen Verdächtigen machen können. Irgendeinen Blechkuchen, Muffins, CakePops oder sowas. Wollte ich aber nicht. Ich wollte -mal wieder- etwas ausgefallenes, mit dem nicht vorher schon irgendwer um die Ecke gekommen ist. Manchmal bin ich ja ehrgeizig. Und „kindgerecht“ sollte es sein. Also einfach zu transportieren, einfach zu handhaben und zu essen. Und für viele Mitschüler muss es reichen. So. Das waren die Kriterien, die ich erfüllen musste.

Und da stand ich nun … und habe das Internet durchwühlt. Dabei bin ich auf diverse „Mallomars“-Rezepte gestoßen und habe sie kombiniert und für mich das passende draus gemacht. Deswegen kann ich auch kein „Ursprungsrezept“ verlinken. Den Boden (Graham Crackers) habe ich anders gemacht, als in den Mallomars-Rezepten, die Marshmallow Rezeptur von dem einen, die Idee mit den Würfeln von dem anderen. Das würde den Rahmen sprengen.

Auch hier braucht man wieder viel Zeit. Vor Allem Wartezeit. Aber es lohnt sich. Die Dinger sollen richtig lecker schmecken, sagen die Test-Esser.

Zuerst wird der Boden (Die Graham Cracker Schicht) gebacken. Dafür braucht es folgende Zutaten:
235 Gramm Mehl
55 Gramm Vollkorn-Mehl (ich hatte Dinkel-Vollkorn-Mehl da)
1 TL Natron
1/2 TL Salz
1/4 TL Zimt
115 Gramm weiche Butter
100 Gramm Rohrzucker (packed dark brown sugar)
2 EL Honig
1 TL 100ml Bourbon Vanille Extrakt – ohne Alkohol * (oder 1 Tüte Vanillezucker)
55 ml Milch

Zuerst werden die trockenen Zutaten (bis auf den Zucker) vermischt, in einer anderen Schüssel wird die Butter mit dem Zucker, Honig und Vanille schaumig geschlagen. Dann wird der Mehl-Mix etappenweise hinzu gegeben, bis alles vermischt ist.
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Der Teig wird zwischen Frischhaltefolie gelegt und flach ausgerollt.
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Meine Backform ist 9×13 inch groß Alan Silverwood Brownieform mit herausziehbarem Boden (30,5 x 20 x 5 cm) * und ich gebe sie nie wieder her! Da kommt der Teig hinein und wird mit ordentlich vielel Löchern erstochen.
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Danach darf er 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen. Hat er endlich ausgeschlafen, wird er bei 180 Grad rund 15 Minuten gebacken. Frisch gebacken ist er noch recht weich, das ändert sich aber beim Auskühlen.
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In der Zeit darf dann die Marshmallow-Masse entstehen. Das dauert nämlich auch.
Zutaten:
3 Päckchen gemahlene Gelatine
225 ml Wasser
300 Gramm Zucker
220 ml Wilton Glucose Sirup 340ml *
1/4 TL Salz
1 TL Vanille-Extrakt

Die Gelatine wird mit 110 ml kaltem Wasser in die Rührschüssel von der Küchenmaschine gegeben, die übrigen Zutaten in einen Topf.
Die Zucker-Glukose-Wasser-Mischung (Richtig, hier kommen 115 ml Wasser rein) wird aufgekocht bis sie gut schäumt (dauert ungefähr vier bis sechs Minuten), dann sollte sie rund 120 Grad erreicht haben.
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Wenn die Masse so weit ist, wird der Mixer angeschaltet und die Gelatine auf kleinster Geschwindigkeit gerührt. Langsam den Zuckersirup einlaufen lassen. Wenn der ganze Sirup drin ist, auf volle Pulle stellen. Jetzt hilft nur hoffen, dass der Motor vom Mixer in den nächsten rund 15 Minuten nicht aufraucht und man die berühmte Arschkarte gezogen hat. Denn so lange muss die Masse jetzt gerührt werden. Sie ist fertig, wenn sie glänzt und Spitzen zieht, beziehungsweise nicht mehr vom Rührdingsbums rutscht, wenn der Rührkopf angeliftet wird.
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Die Masse kommt dann auf den Graham-Cracker-Boden
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Und wird einigermaßen glatt gestrichen.
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Tja – und dann? Dann ist abwarten angesagt. Denn die Marshmallows müssen jetzt fest werden. Bei mir hat das Ganze Spiel gute 6 Stunden gedauert. Und eigentlich hätte ich den Okolüten auch über Nacht stehen lassen können. Eigentlich.
Irgendwie hab ich das Ding aus der Form befreit.
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Und mit einem gefetteten Messer (sonst klebt es wie Sau) in 48 mehr oder weniger gleich große würfelähnliche Gebilde zerteilt.IMG_5391

Jetzt wird es lustig. Denn die Dinger sollen ja mit Schokolade überzogen werden. Ich hab grob geschätzt und mal pauschal 4 Tafeln Vollmilch- und 4 Tafeln Zartbitterschokolade zerbröselt.
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Brav im Wasserbad geschmolzen.
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Und die Würfel getaucht, überschüssige Schokolade ablaufen lassen, auf Backpapier gesetzt… das volle programm halt.
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Am Ende waren es dann 48 schokoladenumhüllte Marshmallows auf Keks. Und ich hatte von den insgesamt 800 Gramm Schokolade nicht mehr viel übrig. Nur noch eine kleine pfütze in der Schüssel.
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Ist natürlich doof, wenn man die Schokolade mit einem warmen Messer durchschneidet – dann sieht man das weiße vom Marshmallow nicht mehr so schön.
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Aber es hat sich gelohnt.
Der Satz “ Die kannst Du ruhig öfter machen“ hat bei mir jetzt zwar nicht die wildeste Zustimmung ausgelöst, weil doch einiges an Arbeit dahinter steckt. Aber dass es schmeckt hat mich gefreut.

Wenn die Schokolade einigermaßen fest ist, können sie im Kühlschrank rund 1 Woche bleiben, bei Zimmertemperatur halten sie angeblich drei bis vier Tage. Aber hier gehen die meisten ja mit in die Schule, die Mallomars (oder der Marshmallow-Keks-Kuss).

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Und dass die nicht, also auf gar keinen Fall Low Carb sind, erklärt sich bei den Zutaten alleine. Komischerweise hat mich das nicht gestört. Ich kann sie da stehen sehen, ohne gleich auf sie stürzen zu wollen. Scheint zu funktionieren mit dem Schalter im Kopf.

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sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

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