Gewürze gemahlen oder nicht

… ist ja meistens die Frage beim Einkauf.
Es gibt inzwischen so gut wie jedes Gewürz schon fertig gemahlen und abgepackt. Was sicherlich sehr praktisch ist. Aber nicht unbedingt zum Würzen im Sinne des Gewürzes beiträgt.
Da ich ja einiges an Rezepten in meinem Repertoire gesammelt habe, dachte ich mir, ein wenig Wissen über Gewürze könnte nicht schaden.

Natürlich kann man endlos den Ausführungen von Herrn Schuhbeck lauschen. Ein paar Informationen mögen hängenbleiben. Aber erstens habe ich dezente Probleme, seinen Dialekt zu verstehen, wenn er in seine ausschweifenden Monologe abdriftet, zweitens … wasbringt es mir eigentlich, wenn ich weiß, das Kraut A den Stoff B freisetzt. Aber nur, wenn ich es unter Bedingung C verarbeite? Ungefähr genauso viel, wie eine Bauanleitung von IKEA. Am Ende mach ich es so, wie ich es für richtig halte, und wie es meiner Meinung nach passt!

So, jetzt komm ich aber endlich auch mal zum Punkt. Oder besser, zu den Gewürzen.
Schaut mal in Euren Gewürzschrank. Wer hat gemahlenen Muskat und gemahlenen Pfeffer darin?

Ich möchte bei keinem Gewürz irgendwelche wissenschaftlichen Ausführungen anstellen, sondern es nur so bewerten, wie ich es verwende. Für Herkunft und botanische Bezeichnungen gibt es Wikipedia, für die wissenschaftlichen Abhandlungen kann man getrost auf Google zurückgreifen.

Ich gestehe, ein Relikt aus Zeiten, in denen ich wegen therapeutischer Maßnahmen nicht daheim war, existiert noch. Ich habe es als Warnung aufgehoben. Unangetastet und nur für dieses Foto aus dem Schrank befreit!

Bereits gemahlener Pfeffer ist für mich seit Jahren tabu. Ich weiß nicht, wieso man dieses Zeugs noch verkauft. Allenfalls kann man es als Niespulver verwenden. Da schmeckt nichts nach Pfeffer.
Für mich ist Pfeffer ein unabdingbares Gewürz. Allerdings sparsam dosiert, da sonst unsere Kinder ein wenig in ihren Aktivität potenziert werden 🙂
Ich für meinen teil experimentiere mit normalem schwarzen oder weißem Pfeffer, aber auch gerne mit Pfeffermischungen.

Wobei der Hersteller der Pfeffermühle jetzt nicht mehr dem Inhalt entspricht.
Inzwischen gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt bereits für relativ schmales Geld auch Pfeffer direkt in einer Mühle. Und es lohnt sich.
Meine Lieblingsverwendung: auf frische Nudeln mit x-beliebiger Sauce frischen gemahlenen Pfeffer aus der Mühle verteilen. Es macht optisch auch was her, was allerdings für daheim nicht wirklich relevant ist. Aber der Geruch und Geschmack sind Klasse.
Pfeffer ist nämlich nicht vordergründig scharf. Sondern frisch gemahlen entwickelt er seine Schärfe erst.
Ich habe inzwischen auch schon öfter Schokolade mit rosa Pfeffer gemischt und bestellt. Das ist der Knaller! (An dieser Stelle mal ein Kompliment an mySwissChocolate für die Verwendung von wirklich guten Zutaten!

Bei Kartoffelgerichten oder auch zu vielen Saucen nutze ich unheimlich gerne Muskat. Aber auch hier sehe ich immer wieder den Griff zum bereits gemahlenen. Das ist nicht lecker! Echt nicht!

Muskatnuss gibt es auch „im Ganzen“ und mit einer preiswerten Reibe ist man auch schon gut bedient.
Ich weiß nicht, wie ich den Unterschied beschreiben soll, denn ich habe vor ungefähr 20 Jahren das letzte Mal mit gemahlenem Muskat zu tun gehabt. Ich weiß nur, es schmeckte „nicht nach ihm und nicht nach ihr“. Das einzige, was irgendwo an das Gewürz erinnerte, war der Geruch aus der Dose und die Farbe. Keinesfalls der Geschmack.
Vor einiger Zeit habe ich dann auch die Muskatblüte kennengelernt.
Ich gebe zu, sie schmeckt nach Muskat! Aber auf eine feinere Art. So kann man sie auch bei Süßspeisen einsetzen.
Dafür braucht es allerdings anders Handwerkszeug. Eine reibe, wie bei der Muskatnuss bringt hier nicht wirklich viele Punkte. Sondern eher ein Mörser.

Natürlich möchte ich mein Lieblings-Süßspeisen-Gewürz nicht völlig außer Acht lassen.
Die Vanille.
Viele kennen aus diversen Backrezepten Vanillezucker. Der hat mit Vanille außer dem gemeinsamen Namen nicht wirklich viel zu tun.
Vielleicht habt ihr Euch auch schon gewundert, das ich mit Vanillezucker relativ großzügig umgehe. Das hat seinen Grund. Denn ich kaufe mir alle paar Monate eine Vanilleschote für irgendwelche Rezepte und kratze das Mark raus. Der Rest der Schote wandert in meinen Zuckerbehälter, den ich eigens dafür angeschafft habe.

Dort kann die Schote den Test an Aromen an den Zucker abgeben und ich brauche keinen chemisch hergestellten Vanillin-Zucker zu kaufen!
Er schmeckt und riecht viel besser! Schade, das ich das an dieser Stelle nicht dokumentieren kann!

Und zu guter Letzt kommt der Zimt.
Ich dachte eigentlich bislang, es gäbe Zimt in Stangen und Zimt gemahlen. Aber Nein – bei Zimt gibt es doch auch noch Unterschiede.
Durch meinen Test bei Rice & Spice wurde ich eines Besseren belehrt.

Okay, für die Mischung „Zucker und Zimt“ werde ich bestimmt weiterhin den handelsüblichen Cassia-Zimt verwenden. Aber wenn ich ihn als reines Gewürz nutzen möchte, dann greife ich doch lieber auf Zimt, Ceylon Canehl zurück. Denn der hat ein wesentlich feineres Aroma und macht Gerichte, in denen er verwendet wird nicht zu ausdrücklichen Weihnachtsgerichten.

Aber ein Lanze muß ich doch für gemahlene gewürze brechen. Nämlich für Paprika.
Da ist mir noch nichts adäquates untergekommen. Oder ich verbrauche meine Paprika-Gewürzdosen so schnell, das der Geschmack keine Chance hat, sich zu verflüchtigen.

Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere doch mal über den Kauf und die Verwendung frischer und ungemahlener Gewürze nach?!

 

sabolein

Schön, dass Du hier bist.
Auf „sabo(tage)buch“ schreibe ich zu vielen unterschiedlichen Themen.
Neben Alltäglichem findest Du hier jede Menge Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen wie Low Carb, Crockpot/Slowcooker, Hefeteig, Pastagerichte und und und. Ich koche und backe aus Spaß und Freude.
Ehrliche Produktreviews sind ein weiterer Teil meines Blogs.
Und manchmal schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir gerade durch den Kopf gehen.

3 Gedanken zu „Gewürze gemahlen oder nicht

  • 14. März 2011 um 17:00
    Permalink

    Frau Sabo Applaus, sehr schöner Artikel.

    Ich „baue“ unseren Vanillezucker auch selbst an. Überhaupt kein Vergleich zu den Tütchen.

    Antwort
  • 14. März 2011 um 20:18
    Permalink

    Ja, Vanillezucker 🙂 mach ich auch selber…

    Alle paar Monate bestelle ich mir bei ebay eine große Menge Vanilleschoten – die sind da sagenhaft günstig und meist ist noch als Extra gemahlene Vanille dabei… z.B. läuft in knapp ner Stunde eine Auktion mit 20 Schoten aus, noch für 1 Euro + 6 Euro Versand… Kann man nicht meckern, denke ich

    Ansonsten: Muskat kenn ich auch nur im Ganzen, habs halt so von meiner Oma gelernt und übernommen. Pfeffer mag ich auch lieber aus der Mühle, weil ich mich beim Pulver immer so dermaßen verschätze, dass das keiner mehr essen kann. Ist mir mit der Mühle noch nie passiert.

    Antwort
  • 15. März 2011 um 10:34
    Permalink

    Die aufrichtigste Liebe ist die Liebe zum Essen!

    Deine Gewürze sagen dabei viel über Deine Liebhaber-Qualitäten aus 😉

    Antwort

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