Tja, die Eierschecke… Ich bin ja wirklich experimentierfreudig und auch halbwegs backwütig. Aber es gibt Kuchen, die schiebe ich seit Jahren vor mir her, weil ich mich nicht rantraue. Dazu gehören solche Dinge wie gefüllter Bienenstich, Zupfkuchen, alles mögliche was Torte heißt, Frankfurter Kranz und die Eierschecke. Zupfkuchen und Eierschecke kann ich jetzt von meiner “Ich trau mich nicht” Liste streichen. Zupfkuchen kannte ich immer nur als Backmischung und ich mag einfach nicht wirklich so gerne Mischungen. Bei Eierschecke hat mich die Vielzahl an Rezepten und der scheinbare Arbeitsaufwand abgeschreckt.
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Hier, damit das nicht nur als “heiße Luft” daherkommt, ich habe tatsächlich Zupfkuchen gebacken.
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Und er war auch nicht komplett dunkelbraun
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Dafür aber unverschämt lecker.
Gut nun aber, eigentlich soll es ja um die Eierschecke gehen. Vielen dürfte das erstmal gar kein Begriff sein, weil das anscheinend ein typischer “Ossi-Kuchen” ist.

Der aus Dresden stammende Schriftsteller Erich Kästner sagte einmal: „Die Eierschecke ist eine Kuchensorte, die zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist.“ „Eierschecke gibt es außerhalb Sachsens nur ersatzweise und innerhalb Sachsens nirgends so gut wie im Toscana.“ (gemeint ist das Café Toscana in Dresden) – schreibt auch der Schriftsteller Martin Walser in Die Verteidigung der Kindheit. Roman, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991.

So – und wie bei so vielen Rezepten gibt es auch hier drölfundsiebzig Millionen verschiedene Varianten. Mit Hefeteigboden, mit Mürbeteigboden, ohne Boden, mit Rosinen und ohne und und und und und …
Boah. Ich kenne Die Eierschecke vorwiegend von längst vergangenen Familienfeiern in Sachsen und Thüringen und vom Bäcker “umme Ecke” damals in meiner fernöstlichen Heimat.
Auf längerem Weg kam ich dann aber doch an das Rezept von der Omi einer Freundin, die das Backen von “alten Kuchen” scheinbar mühelos beherrscht. Ich bin ja doch mehr so der Hefeteig-Experimentierer. Nun hatte ich einen Mürbeteig an der Backe.

Eierschecke in Einzelteilen

Mürbeteig

70g Butter
75g Zucker
200g Mehl
1 Ei
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

Mürbeteig hab ich auch schon gemacht. Ich denk da mal so an meinen Mohnkuchen, der ohne Mürbeteig einfach nicht schmeckt. Also wußte ich, dass ich aus den Zutaten einen Teig zusammenkneten muss, der dann am besten im Kühlschrank darauf wartet, dass ich mit dem Rest des Kuchenbelages endlich in die Puschen komme.

Eigentlich sollte schon vor dem Teig die Puddingmasse gekocht werden aus

1 Pck. Vanillepudding
400 ml Milch
2 EL Zucker
200g Butter
4 Eier

Also Puddingmasse kochen aus 1 Päckchen Vanillepudding, entsprechend Zucker, aber nur 400 ml Milch. Soll ja schließlich kein Nachtisch-Pudding werden, gell. Das Pudding-Gedöns nun zum Abkühlen irgendwo hinstellen, wo möglichst kein Kind und kein Tier rankommt. Wegen des kühlen Herbstes hab ich mich für die Terrasse entschieden.
Wenn das Zeugs kühl ist, kommt die mit 4 Eigelb aufgeschlagene Butter unter die Masse. Und dann zum fluffig werden der Eischnee aus den 4 Eiweiß.

Während der Pudding abkühlt, von dem man übrigens 1 Löffel klauen sollte, macht es sich ganz gut, die

Quarkmasse für die Eierschecke

anzurühren.

500g Quark
1 Ei
200g Puderzucker
1 EL Vanillepudding (von dem gekochten da hier…)
1 EL Pflanzenöl

Zapp, alles zusammen in eine Schüssel und ein dankbares Opfer zum Rühren finden. Hier hat es unsere Prinzessin übernommen, die natürlich die ganze Zeit auf diverse Schüsseln und deren Inhalt geierte. Natürlich durfte sie die Schneebesen und die Schüsseln zum Schluss aus- und abschlecken.

So, zuerst kommt der Boden glatt in die gebutterte Springform gerollt. Ich hab keinen Rand gemacht, weil der sonst bloß wieder auf den Tellern liegen bleibt.
Anschließend wird die Quarkmasse eingefüllt und danach die Pudding-Eischnee-Masse. Die verdrängt natürlich ein wenig die Quarkmasse – also bitte nicht in hohem Bogen reinklatschen, sondern liebevoll einfüllen, weißte!
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Wo sind jetzt 175°C auf meinem Ofen? Ich habe keine Ahnung, aber so ein Gefühl. Und bei diesem Gefühl soll der Kuchen nun 105 Minuten backen.
Nach 15 Minuten musste ich schon mal gucken, ob sich da was tut.
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Nach 45 Minuten empfiehlt es sich, den Kuchen mit Alufolie abzudecken, wenn keine Holzkohle gewünscht ist.
Mal ehrlich, zwischenzeitlich hab ich mich gefragt, ob das Rezept nicht zufällig aus einem AKW kommt, der ist ja sowas von hoch gegangen.
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Aber nach den 105 Minuten war er fertig und durfte dann so langsam abkühlen. Dabei fällt er dann auch wieder zusammen und kam mir doch wieder bekannt vor.
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Ich musste mich so zusammenreißen, ihn nicht schon abends anzuschneiden, sondern ihn wirklich wirklich bis zum nächsten Tag im Kühlschrank zu lassen.
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Boah nee wat sieht der lecker aus.
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Und soll ich was verraten? Auch wenn ich es vergessen hab, dass ich ja unheimlich gerne Rosinen mag und eigentlich ja Rosinen mit in die Masse geben wollte … der schmeckt so gut.
Liebe Claudia – danke, dass Du das Rezept von Deiner Omi geteilt hast.