Böhmische Knödel sind ja eigentlich nichts anderes, als gekochte, zu lang geratene Hefeklöße. Aber sie sind halt auch eine geniale Beilage für alles, was viel Sauce hat.

Mancherorts werden sie auch Serviettenknödel genannt, weil sie zum Garen in eine Serviette beziehungsweise ein Leinentuch gewickelt werden. Dieses wird dann am Ende mit einem Faden verschlossen, und der Knödel in der Serviette im Salzwasser gegart.
Bei mir bleibt die Serviette außen vor und ich gare die böhmischen Knödel auf die herkömmliche Art und Weise.

Böhmische Knödel

für 4 – 6 Portionen als Beilage

500 Gramm Weizenmehl (oder Dinkelmehl)
250 ml warmes Wasser
1 Tüte Trockenhefe amazon_logo(je nach Hersteller 6 – 7 Gramm)
1 Ei
1 Teelöffel Zucker
1 Teelöffel Salz

Und nu? Tja, jetzt muss erst einmal ein Hefeteig hergestellt werden. Da mein Teig dieses Mal nicht über Nacht geht, habe ich mich für 6 Gramm Trockenhefe (2 Teelöffel aus der von mir verlinkten Packung) entschieden. Irgendwann sagte mir mal jemand, dass Hefeteig mit einem Klecks Sauerteigstarter nicht so schnell “schluff” wird, seitdem kommt bei mir in den Hefeteig immer ein Löffel Weizensauerteig. Das ist optional, deswegen bei den Zutaten nicht aufgeführt.

Die Hefe, der Zucker und das Wasser kommen als erstes in die Schüssel. Anschließend das Mehl und das Salz. Ist das alles schon etwas durchgeknetet, gebe ich das Ei hinzu und lasse meine Küchenmaschine fünf bis acht Minuten kneten. Eventuell muss etwas mehr Wasser beigegeben werden. Jedes Mehl nimmt anders Flüssigkeit auf. Der Teig sollte nach dem Kneten weich, aber nicht zu klebrig sein.

Ist der Hefeteig fertig geknetet, kann er für rund eine Stunde abgedeckt gehen. Zumindest so lange, bis er sich deutlich vergrößert hat. Im Sommer kann sie die erste Gehzeit schonmal auf eine halbe Stunde verkürzen, im Winter kann es auch länger dauern.

Aus dem Teig werden zwei bis drei gleich große Portionen abgeteilt und zu ca.fünf Zentimeter dicken Rollen geformt.

Diese Rollen dürfen jetzt auch wieder gehen. Dieses Mal zwischen 20 und 30 Minuten. Bei mir meist so lange, bis das Wasser in einem wirklich großen Topf anfängt zu sieden.

Böhmische Knödel garen

Die gegangenen Hefeteigstränge werden in viel sprudelnd kochendes, gesalzenes Wasser gegeben. Das Sprudeln lässt natürlich nach, wenn die Teiglinge im Wasser landen. Deshalb kommt jetzt ein Deckel auf den Topf, der leicht geöffnet ist. Die Böhmischen Knödel gehen im Wasser immens auf und brauchen wirklich viel Platz.
Während der 20 bis 25 minütigen Kochzeit sollten die Knödel hin und wieder gedreht werden.

Ist die Kochzeit vorbei, kommen die Knödel mit Hilfe eines (oder zweier) Schaumlöffel aus dem Topf auf eine angewärmte Platte. Knödel, die nicht sofort auf den Tisch müssen, können abgedeckt im Ofen bei rund 50 Grad warm gehalten werden.

geschnitten werden die böhmischen Knödel am besten mit einem Faden, damit sie ihre Form nicht verlieren. Messer drücken die Knödel meistens zu sehr zusammen und das sieht nicht schön aus. Es tut zwar dem Geschmack überhaupt keinen Abbruch, aber schöner ist es eben mit dem Faden.

Wie dick ihr die Scheiben macht, ist ganz Euch überlassen. Als Beilage passen sie wirklich super zu Gulasch.

Küchenchaos …

Tja und manchmal, nein, eigentlich mit konstanter Regelmäßigkeit passiert mir bei böhmischen Knödeln sowas:

Ein Knödel wird super, der andere verwandelt sich in eine gummiartige Stange, weil er beim Rausnehmen in sich zusammenschnurrt und einfach klitschig wird. Schade, aber ich hab noch keine Lösung für das Problem gefunden. Das Einzige, was bisher geklappt hat ist, beide Teiglinge nacheinander zu kochen.