Ich weiß, ich weiß, Chia… diese komischen kleinen Dinger, die aussehen wie Blaumohn in eiförmig und angeblich so gesund sein sollen. Wieder eine Welle, die nun auch Deutschland erreicht hat. Und jeder meint, etwas drüber schreiben zu müssen, weil es ja gerade so “IN” ist. Stimmt, es ist in. Stimmt, ich schreibe etwas drüber. Und dieses Mal über Chia Fresca, ein Getränk mit Chia-Samen.
chia Fresca

So, soll ich mit dem üblichen Bla Bla anfangen, den man überall zu den Samen lesen kann? Oder genügt eine Kurzfassung? Kurzfassung? Danke, kommt mir sehr gelegen. denn pseudo-wissenschaftliche Ausführungen kann man inzwischen fast überall bekommen. Selbst kleine Mengen an Chiasamen sind reich an Omega 3-Fettsäuren, Antioxidantien und Ballaststoffen. Punkt!

Ich gehöre zu den Menschen, die den momentan überall beliebten Chia-Pudding nicht wirklich runterkriegen. Alleine der Anblick erzeugt inzwischen bei mir einen Fluchtreflex. Und ihn essen zu wollen einen Würgereiz. Ich weiß nicht, woran es liegt. Es geht einfach nicht. Ich habe es versucht.
chia-pudding

So nur mit Milch und VanilleXucker – keine Chance. Ich konnte tapfer 2 Löffel essen. Danach habe ich noch Kakao drangegeben und es püriert. Weil ich dachte, wenn ich die kleinen Kullerchen nicht schmecke, geht es besser. Es ging nicht besser. Die Konsistenz erinnert mich schwer an eine ausgewachsene Bronchitis. Und dann in kalt. Nee, Sorry. Nicht meins. Das kann ich mir auch nicht schönreden!

Kennt ihr das? Ihr sagt etwas, im Brustton der Überzeugung (beziehungsweise schreibt etwas) und keine 2 Kommentare später kommt dann “Aber ich habe mit XY und probier es doch mal so!” NEIN! Ich mag es nicht. Nein, nein, nein! Ist das so schlimm?

So, genug geredet. Chia Fresca (oder Iskiate, wie der Originalname des Erfrischungsgetränks ist) kann ich trinken, find ich sogar ganz witzig. Obwohl da auch die kleinen Chiakullern drin sind. Schon komisch, oder?

Dafür braucht es nicht viel. Da ich mir die Freiheit nehme, es jedes Mal als Einzelportion zuzubereiten, gebe ich die Kleinmenge an.

2 Esslöffel Chia Samen *
1 bis 2 Esslöffel Zitronen oder Limettensaft
0,5 Liter Wasser
im Original: Honig oder Agavendicksaft nach Bedarf. Ich sage jetzt: Süßungsmittel der Wahl nach Bedarf!

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Das ist alles!
Ich nehme für meine Portion eine 0,5 Liter Glasflasche – ich brauch da keine Schickimickiflasche mit irgendwelchen hübschen Verzierungen oder extra gekauft oder sonstwas.
In die Flasche kommt zuerst meine Quetschlimette (1 Esslöffel wenn es Konzentrat ist, ansonsten der Saft von 1 Limette)
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Das fülle ich mit Wasser auf.
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und gebe 2 Esslöffel Chia
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direkt hinein.
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Einmal kräftig aufschütteln.
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Und ab in den Kühlschrank damit. Da ich meins meist abends vorbereite, schüttel ich immer mal, wenn ich in der Küche bin, damit das nicht verklumpt.
Am nächsten Morgen sieht das Ganze dann so aus:
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Wenn man jetzt richtig schön auf dicke Hose machen will, kann man den Rand von einem Glas mit Zitronensaft bestreichen und in Xylit tauchen, ein paar Eiswürfel hinzugeben und das Ganze mit nem Strohhalm trinken.
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Sieht schon lustig aus, wie die kleinen “Chia-Käfer” in der Flüssigkeit rumschwimmen.
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Mit einem Strohhalm merkt man die gequollenen Samen übrigens fast gar nicht.
Da ich aber nicht jeden Tag so ein Gesums darum mache, reicht es mir, die Flasche aufzuschrauben und direkt anzusetzen. Ob mit oder ohne süß liegt an meiner Laune. Und daran, ob ich Zitronen-/Limettensaft nehme, oder das Ganze in Ingwertee einweiche.

Jetzt mal was von mir zu den vielbeschworenen Effekten.

Macht mich ein halber Liter Chia Fresca satt?
NÖ! Macht mich nicht satter, als wenn ich einen halben Liter Wasser trinke. Der Effekt bleibt bei mir der Gleiche. Ein halber Liter ist ein halber Liter.

Macht das schön?
Hahaha, nee, nicht dass ich wüßte. Im Gegenteil. Chia-Samen tendieren ebenso wie Mohnkörner dazu, sich klammheimlich zwischen die Zähne zu setzen und machen wunderhübsche lustige schwarze Pünktchen in den Zahnzwischenräumen. Das sieht ganz schön blöd aus. Also am besten nach dem Genuss von Chias mal einen Blick mit gefletschten Zähnen in den Spiegel wagen!

Gibt es mehr Energie?
Jain. Ich habe lediglich das Gefühl, dass ich nicht so schnell Flüssigkeit nachkippen muss. Deswegen mag ich Chia Fresca sowohl vor, als auch nach dem Sport / laufen / Skaten.

Angeblich wirken Chias blutdrucksenkend.
Das kann ich noch nicht bestätigen. Ich habe zwar eine Hypertonie, die wird aber mit Medikamenten behandelt und es hat sich weder durch Sport noch durch Chias etwas geändert bislang. Und nein, sie liegt nicht an Übergewicht, sondern scheint einfach erblich zu sein. In meinem Zweig der Familie geistern doch ausreichend Hypertoniker rum, die teilweise grad mal aussehen / aussahen wie ein Strich in der Landschaft. Sowas gibts auch. Ich muss nicht zwangsweise zig Kilo zu viel rumschleppen, um einen hohen Blutdruck zu haben.

Und warum tue ich mir das nun an?
Weil Omega-3, Antioxidantien und Ballaststoffe nicht verkehrt sind. Und da ich verhältnismäßig wenig Fisch esse, ist das völlig in Ordnung.

Das war jetzt mein doch sehr ausführlicher Beitrag zu Chias.
Achja, Chia-Gel – die Grundlage für Puddings, Chia-Fresca und andere Sachen kann man sich auch im Vorfeld machen – dazu mischt man Chia mit Flüssigkeit im Verhältnis von ein zu sechs. Und entnimmt dann entsprechend seinen Rezepten nach dem Quellen (mindestens 2 Stunden) die Menge, die man braucht. Das Basis-Chia-Gel ist bis zu einer Woche im Kühlschrank haltbar.